Archiv: Geschichte | Tschechisch-deutsche Beziehungen Tschechisch-deutsche Beziehungen
Ausstellung über sudetendeutsche Sozialdemokraten in Ústí nad Labem
Das Bild der Deutschen aus Böhmen, Mähren und Schlesien hat sich in
Tschechien in den vergangenen Jahren gewandelt. Früher wurden sie häufig
mit Henlein und Hitler-Deutschland gleichgesetzt, mittlerweile wird
stärker differenziert. Gerade unter den sudetendeutschen Sozialdemokraten
gab es zahlreiche Antifaschisten. Das Schicksal dieser Sozialdemokraten
zeigt eine Ausstellung in den Räumen des Collegium Bohemicum im
nordböhmischen Ústí nad Labem / Aussig. Die Vernissage fand vergangene
Woche im Rahmen der Übergabe des deutsch-tschechischen
Verständigungspreises statt. mehr...
Vor und nach dem Zweiten Weltkrieg: Beneš durch die deutschböhmische Brille
Edvard Beneš war am 13. und 14. Oktober das Thema einer Konferenz im
Goetheinstitut in Prag. Geladen hatten das Masaryk-Institut und das Archiv
der Wissenschaften gemeinsam mit dem Collegium Carolinum aus München. Ziel
war es, die kontroversen Wahrnehmungen des ehemaligen Außenministers und
Staatspräsidenten der Ersten Tschechoslowakischen Republik
wissenschaftlich zu erfassen und den Forschungsstand zu dokumentieren.
Marco Zimmermann war auf der Konferenz und berichtet, wie sich das Bild
Benešs bei den Deutschen aus der Tschechoslowakei gewandelt hat. Sie
hören eine neue Ausgabe unserer Sendereihe „Kapitel aus der
tschechischen Geschichte“. mehr...
„Ein normaler Gegenstand historischer Forschung“ - Internationale Tagung zu Edvard Beneš in Prag
Viel Historikerprominenz versammelte sich im Prager Goethe-Institut. Am
Donnerstag und Freitag hat dort eine internationale Konferenz zu Edvard
Beneš stattgefunden. Der bekannte und umstrittene Politiker der
Tschechoslowakei – mit vielen guten und schlechten Attributen durch
Tschechen und Deutsche bedacht – ist eine Person, an der sich
Generationen abgearbeitet haben. Die Konferenz möchte eine
Bestandsaufnahme der bisherigen Forschung leisten und den Umgang mit der
Person auf die wissenschaftliche Ebene stellen. mehr...
Das Schwarzenberg-Archiv kehrt nach Bayern zurück
Eine Urkunde aus dem Jahr 1355 erhielt der bayerische Wissenschafts- und
Forschungsminister Wolfgang Heubisch am Montag vom tschechischen
Innenminister Jan Kubice. Mit der symbolischen Übergabe dieses Dokuments
endete das jahrelange Bemühen der bayerischen Archivverwaltung um die
Rückgabe des Schwarzenbergarchivs an Bayern. mehr...
Prager Ausstellung zeigt Propellerschlitten für deutsche Wehrmacht
Seit Dienstag vergangener Woche bekommen die Prager und ihre Gäste im
neuen Gebäude des Nationalmuseums eine Ausstellung zu sehen, die schon vom
Namen her einiges verspricht. „Vynálezci a vynálezy“, also Erfinder
und Erfindungen, ist eine Ausstellung, bei der über 200 Exponate von
tschechischen Schöpfern gezeigt werden, die die technische Entwicklung
bedeutend mitgeprägt haben. mehr...
„Um 180 Grad gedreht“ – Sporthistoriker Waic zum deutschen Sport in der Tschechoslowakei
Die Tschechoslowakei war bei ihrer Gründung am Ende des Ersten Weltkriegs
ein multiethnischer Staat. Der moderne Sport indes und besonders die
Turnbewegung sind eher national geprägt. In der Tschechoslowakei lebten
auch mehr als drei Millionen Deutsche. Ihr sportliches Aushängeschild war
vor allem der Skilauf. In welchem Verhältnis standen aber der tschechische
und der deutsche Sport in der Tschechoslowakei zueinander? Wie wurden die
Nationalmannschaften zusammengesetzt? Der Sporthistoriker Marek Waic von
der Prager Karlsuniversität antwortet im Folgenden auf diese und weitere
Fragen. mehr...
Mit Gartenzwerg und Weidentränke auf Reise - Kunstprojekt Bohemica
Seit dem 6. August ist sie unterwegs: eine Kunstkarawane des sächsischen
Kunstlabels obART. Die Reise geht von Bautzen nach Prag und führt entlang
des Böhmischen Steiges, einer ehemaligen Handelsstraße aus dem
Mittelalter. Vor kurzem hat der Treck aus zwei Traktoren Nordböhmen
erreicht. Auf der Fahrt dabei ist auch der tschechische Schauspieler Josef
Zeman, verkleidet als Gartenzwerg mit Stiefeln, Pluderhose und vor allem
einer großen roten Zipfelmütze. Er spielt einen Gartenzwerg, denn die
Veranstalter glauben, dass Gartenzwerge am besten zu kulturellen
Botschaftern zwischen Deutschland und Tschechien taugen. Die ganze Aktion
ist multimedial und auf einer speziellen Webseite lässt sich alles
mitverfolgen. Leiter des Projekts ist Mike Salomon, er antwortete auf die
Fragen von Radio Prag. mehr...
„Ein Gartenzwerg der europäischen Geschichte“ - Jiří Gruša demontiert den tschechischen Beneš-Mythos
Er ist eine der zwiespältigsten Persönlichkeiten der jüngeren
tschechischen Geschichte: Edvard Beneš, zweifacher tschechoslowakischer
Staatspräsident, der nach dem Zweiten Weltkrieg per Dekret über zwei
Millionen Deutsche aus der Tschechoslowakei vertreiben ließ. Vielen
Tschechen gilt Beneš bis heute als Nationalheld. In einem
aufsehenerregenden Essay („Beneš als Österreicher“) demontiert der
Schriftsteller, frühere Diplomat und PEN-Club-Vorsitzende Jiří Gruša
jetzt diesen Mythos. Beneš sei ein „Gartenzwerg der europäischen
Geschichte“ und habe in den entscheidenden Momenten versagt – 1938,
beim Münchener Abkommen, auf Druck Hitlers und 1948, als er den
Kommunisten die Machtübernahme ermöglichte. Gruša lebt seit seiner
Zwangsausbürgerung aus der Tschechoslowakei 1981 in Deutschland und war
hier in den 1990er Jahren mehrere Jahre tschechischer Botschafter. Damals
begann er, sich näher mit dem Thema Beneš zu beschäftigen, weil er in
Deutschland ständig danach gefragt wurde. mehr...
Regionalgeschichte in riesigem Buch: eine tschechisch-österreichische Koproduktion
Im österreichischen Reingers lässt sich im Heimatmuseum ein ganz
besonderes Buch einsehen. In der Gemeinde an der tschechischen Grenze
realisierten eine Journalistin und ein Historiker ein Projekt, das alleine
durch seine Maße beeindruckt. Der Inhalt steht dem aber in nichts nach.
mehr...
„Mühevoll aufgebaut“ – Historiker Zimmermann zum Verhältnis DDR-Tschechoslowakei
In der Nachkriegszeit hat sich die deutsch-tschechische Freundschaft zuerst
zwischen den beiden Ostblockstaaten DDR und ČS(S)R entwickelt. Doch war es
eine rein taktische Angelegenheit oder gab es auch eine gemeinsame Basis,
auf der aufgebaut werden konnte? Der Historiker Volker Zimmermann vom
Collegium Carolinum, der Forschungsstelle für die böhmischen Länder in
München, ist diesen und weiteren Fragen nachgegangen. Im vergangenen Jahr
hat er seine Forschungsergebnisse unter anderem in einem Buch
veröffentlicht, dessen Titel lautet: „Eine sozialistische Freundschaft
im Wandel - die Beziehungen zwischen der SBZ/DDR und der Tschechoslowakei
(1945-1969)“. Mit Volker Zimmermann nun ein Interview zum Thema. mehr...

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