Archiv: Geschichte | Tschechisch-deutsche Beziehungen Tschechisch-deutsche Beziehungen
„Wir haben euch gelehrt, dass Hass hässlich ist“ - der Kulturvermittler Paul Eisner
Im Juli war es 50 Jahre her, dass der Prager Kulturpublizist und
Übersetzer Paul Eisner gestorben ist. Im Januar werden 120 Jahre seit
seiner Geburt vergangen sein. Anlass genug, sich auf die Spuren des
Vermittlers zwischen den Kulturen in der Tschechoslowakei zu begeben. mehr...
Prager Vertrag vor 35 Jahren – der letzte Baustein in Brandts Ostpolitik
Der Kniefall von Warschau ist das wohl bekannteste Symbol der neuen
Ostpolitik von Willy Brandt. Doch auch mit Prag suchte die deutsche
Bundesregierung Anfang der 70er Jahre eine Annäherung. Beinahe wäre es
dazu nicht gekommen, denn Rechtsfragen rund um die Annullierung des
Münchner Abkommens drohten die Verhandlungen zu sprengen. Das aber hätte
das ganze Konzept der Ostverträge und damit auch die deutsch-deutsche
Annäherung gefährdet. Und so reisten Bundeskanzler Willy Brandt und
Außenminister Walter Scheel vor 35 Jahren nach Prag, um auch mit den
kommunistischen Machthabern in der Tschechoslowakei einen Grundlagenvertrag
zu unterzeichnen.
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Prager Vertrag vor 35 Jahren - zustande gekommen mit Druck aus Moskau
Vor 35 Jahren unterschrieben der damalige deutsche Bundeskanzler Willy
Brandt und der tschechoslowakische Ministerpräsident Lubomír Štrougal
den so genannten Prager Vertrag. Es war der letzte Baustein in der neuen
Ostpolitik der sozialliberalen Koalition in Bonn. Für Prag hatte das
Dokument jedoch keine vorrangige Bedeutung – wenn da nicht Moskau gewesen
wäre.
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Zu Unrecht vergessen: Lesung deutschsprachiger Autoren in Prag
Franz Kafka, Max Brod oder Lenka Reinerová – diese deutschsprachigen
Prager Schriftsteller sind den meisten Deutschen und Tschechen ein
Begriff.
Doch sie sind längst nicht die einzigen Vertreter der deutschsprachigen
Literatur in Prag. Im Rahmen des Symposiums „Praha-Prag: Eine geteilte
Geschichte 1930-1948“ veranstaltete das Prager Literaturhaus
deutschsprachiger Autoren vergangenen Sonntag eine Lesung aus Texten von
deutsch-tschechischen Autoren. Hier standen nicht nur die bekannten,
sondern vor allem die vergessenen Schriftsteller, Dichter und Journalisten
im Vordergrund. mehr...
Hin- und hergeschoben – Tausende deutscher Soldaten endlich in Cheb bestattet
An die 180.000 von ihnen sind noch in den letzten Tages des Zweiten
Weltkrieges auf dem Boden der besetzten Tschechoslowakei gewaltsam zu Tode
gekommen. Soldaten der deutschen Wehrmacht. Ihre sterblichen Überreste
wurden in Massen- Kameraden- oder Einzelgräbern beerdigt oder verscharrt.
Der Volksbund deutsche Kriegsgräber Fürsorge hatte sie zumeist schon in
den 90er Jahren exhumiert, um ihnen auf einem Soldatenfriedhof die letzte
Ruhe zu geben. In Tschechien Friedhöfe für deutsche Soldaten zu
errichten, erwies sich aber nicht immer als leicht. Eine deutsche
Kriegsgräberstätte kann zu einem Politikum werden. 5000 exhumierte
Soldaten wurden so jahrelang hin- und hergeschoben und zwischengelagert.
Teilweise unter unwürdigen Bedingungen. Die Lösung des Problems – wenn
auch keine einfache - lag im nordwestböhmischen Cheb / Eger. 1,7 Millionen
Euro kostet der Umbau des Friedhofs und die Bestattung der Soldaten. Die
Bestattungen stehen kurz vor dem Abschluss.
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„Praha-Prag 1930 bis 1948“ – deutschsprachige Zeitzeugen erzählen
Die Geschichte der böhmischen Deutschen zwischen 1930 und 1948 ist in
Tschechien nicht sehr bekannt. Um das zu ändern, lud das Prager
Literaturhaus deutschsprachiger Autoren unter dem Titel „Praha-Prag.
Eine
geteilte Geschichte“ zu einem Symposium in die Prager Stadtbibliothek.
Berichtet wurde über deutschsprachige Literatur und Medien in dieser
turbulenten Zeit. Doch im Mittelpunkt der Veranstaltung standen die
Erinnerungen von Zeitzeugen. mehr...
„Kristallnacht“ im Sudetengebiet – Massenflucht jüdischer Bewohner
Im November 1938 brannten die Synagogen, wurden jüdische Häuser und
Geschäfte überfallen und Juden verhaftet und getötet – und das nicht
nur in Deutschland. Auch im nordböhmischen Reichenberg (Liberec), im
westböhmischen Karlsbad (Karlovy Vary) oder im schlesischen Troppau
(Opava), kurz in den Sudetengebieten, gab es die Pogromnacht, im Volksmund
„Reichskristallnacht“ genannt. Sechs Wochen zuvor war die Macht in den
Sudeten an Hitlerdeutschland gefallen. Das Münchner Abkommen von Ende
September 1938 hatte geregelt, dass die Tschechoslowakei die Gebiete an
Hitler abtreten musste. Die Kristallnacht im Sudetenland, das ist das
Thema
unseres heutigen Kapitels aus der tschechischen Geschichte, das Till
Janzer
vorbereitet hat. Wir knüpfen an einen Beitrag zu diesem Thema an, den wir
im vergangenen Jahr gesendet haben. mehr...
5000 deutsche Weltkriegs-Soldaten finden letzte Ruhe in Cheb
Vor zweieinhalb Jahren stießen Reporter einer tschechischen Tageszeitung
auf einen ungewöhnlichen Fund. Über 5000 kleine Pappsärge lagerten in
einer verlassenen Industriehalle im nordböhmischen Usti nad labem. Es
waren die Überreste deutscher Soldaten, die im Zweiten Weltkrieg auf
tschechischem Boden starben. Der Volksbund deutsche Kriegsgräberfürsorge
hatte sie zumeist schon in den 90er Jahren exhumiert, um ihnen auf einem
Soldatenfriedhof die letzte Ruhe zu geben. Drei Jahre wurden die
sterblichen Überreste zwischengelagert, weil man in Tschechien keinen
geeigneten Ort fand, um sie beizusetzen. Am Mittwoch fand die Odyssee in
der Grenzstadt Cheb / Eger ihr Ende. Die Beisetzung auf dem städtischen
Friedhof hat begonnen. mehr...
Abkehr von der Demokratie - die Tschechoslowakei nach dem Münchner Abkommen
Das Münchner Abkommen von Ende September 1938 bedeutete einen tiefen
Schlag für die Tschechoslowakei. Sie verlor ungefähr ein Drittel ihres
Gebietes - nicht nur an Deutschland, sondern auch an Polen und Ungarn.
Danach blieben der „Resttschechei“, wie Hitler die Republik
verächtlich nannte, nur noch fünf Monate des Lebens.
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1918 – 1938 – 2008: Eine Podiumsdiskussion zu den tschechisch-deutschen Beziehungen
Am 28. Oktober wird hierzulande an die Gründung eines Staates gedacht, den
es eigentlich gar nicht mehr gibt – nämlich an die Gründung der
Tschechoslowakei im Jahr 1918. Vor genau 90 Jahren also, am Ende des Ersten
Weltkriegs, lösten sich die Tschechen los von der Habsburgermonarchie.
Doch auch die Tschechoslowakei war ein Vielvölkerstaat, ein neues
Heimatland für viele, vor allem für Tschechen, Slowaken, Ungarn und
natürlich Deutsche. Mit dem Aufstieg Hitlers in Deutschland verstärkten
sich auch die Nationalitätenkonflikte innerhalb der Tschechoslowakei, bis
es 20 Jahre nach ihrer Gründung zur Unterzeichnung des Münchner Abkommens
kam, und damit zur Abtretung der Sudetengebiete an das so genannte Dritte
Reich.
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