Archiv: Geschichte | Tschechisch-deutsche Beziehungen Tschechisch-deutsche Beziehungen
„Es gab zwei Verhandlungsebenen“ - Historiker Kunštát zum Nachbarschaftsvertrag
Die häufig zitierte und erwähnte Deutsch-Tschechische Erklärung von 1997
war nicht der Anfang. Fünf Jahre früher wurde bereits der
Deutsch-Tschechoslowakische Vertrag über gute Nachbarschaft unterzeichnet.
20 Jahre sind vergangen, seitdem Bundeskanzler Kohl und Außenminister
Genscher sowie Staatspräsident Havel und Außenminister Dienstbier ihre
Unterschriften unter den Vertrag gesetzt haben. Die tschechisch-deutsche
Aussöhnung ist Fachgebiet des Historikers Miroslav Kunštát von der
Tschechischen Akademie der Wissenschaften, ab 1993 hat er auch
Staatspräsident Václav Havel in diesen Fragen beraten. mehr...
Petr Polakovič auf den Spuren deutschböhmischer Auswanderer in Brasilien
Im Dorf Náhlov bei Ralsko in Nordböhmen gibt es seit einiger Zeit ein
Museum der Auswanderung nach Brasilien. Es dokumentiert den Weg Tausender
Deutschböhmen, die vor allem in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts
ihre Heimat verließen, um in Lateinamerika eine neue Heimat zu finden.
Initiator des Museums ist Petr Polakovič. Seit einigen Jahren bemüht er
sich schon, die tschechische Öffentlichkeit mit diesem Teil der
deutschböhmischen Geschichte bekannt zu machen. Anfang des Jahres hat Petr
Polakovič nun ein Buch über Böhmerwäldler in Brasilien herausgegeben.
Martina Schneibergová hat mit ihm über das Buch und die Auswanderung
gesprochen. mehr...
„Weiter ein Stabilisierungsfaktor“ – 15 Jahre Deutsch-Tschechische Erklärung
Im Januar 1997 war es soweit: Bundeskanzler Helmut Kohl und der
tschechische Premier Václav Klaus unterzeichneten die
Deutsch-Tschechische
Erklärung. Das Dokument wurde zum Grundstein für die Aussöhnung der
Menschen aus beiden Ländern. Denn Tschechien und Deutschland
vereinbarten,
dass die Vergangenheit nicht die Beziehungen der Gegenwart belasten soll.
Auf dieser Grundlage sind seitdem Hunderte von Initiativen entstanden und
es haben viele Begegnungen stattgefunden. Bei der Verwirklichung solcher
Projekte hilft der Deutsch-Tschechische Zukunftsfonds, der aus der
Erklärung heraus gegründet wurde. Tomáš Jelínek ist tschechischer
Co-Vorsitzender des Zukunftsfonds, gegenüber Radio Prag bilanzierte er 15
Jahre Deutsch-Tschechische Erklärung. mehr...
Triumphale Rückkehr - der Weg zum tschechischen Kult um Edvard Beneš
Edvard Beneš, der ehemalige tschechoslowakische Staatspräsident, ist Held
und Reizfigur zugleich. Es kommt nur darauf an, wen man fragt. Vor einigen
Wochen haben wir hier in unseren Sendungen bereits über die
sudetendeutsche Wahrnehmung von Beneš gesprochen. Nun beleuchten wir das
Bild, das sich die tschechoslowakischen Bürger von ihrem Präsidenten
gemacht haben- und zwar in der Zeit ab dem Münchner Abkommen von 1938, als
Beneš abdankte, und vor allem während seiner triumphalen Rückkehr in die
Nachkriegs-Tschechoslowakei. mehr...
Ausstellung über sudetendeutsche Sozialdemokraten in Ústí nad Labem
Das Bild der Deutschen aus Böhmen, Mähren und Schlesien hat sich in
Tschechien in den vergangenen Jahren gewandelt. Früher wurden sie häufig
mit Henlein und Hitler-Deutschland gleichgesetzt, mittlerweile wird
stärker differenziert. Gerade unter den sudetendeutschen Sozialdemokraten
gab es zahlreiche Antifaschisten. Das Schicksal dieser Sozialdemokraten
zeigt eine Ausstellung in den Räumen des Collegium Bohemicum im
nordböhmischen Ústí nad Labem / Aussig. Die Vernissage fand vergangene
Woche im Rahmen der Übergabe des deutsch-tschechischen
Verständigungspreises statt. mehr...
Vor und nach dem Zweiten Weltkrieg: Beneš durch die deutschböhmische Brille
Edvard Beneš war am 13. und 14. Oktober das Thema einer Konferenz im
Goetheinstitut in Prag. Geladen hatten das Masaryk-Institut und das Archiv
der Wissenschaften gemeinsam mit dem Collegium Carolinum aus München. Ziel
war es, die kontroversen Wahrnehmungen des ehemaligen Außenministers und
Staatspräsidenten der Ersten Tschechoslowakischen Republik
wissenschaftlich zu erfassen und den Forschungsstand zu dokumentieren.
Marco Zimmermann war auf der Konferenz und berichtet, wie sich das Bild
Benešs bei den Deutschen aus der Tschechoslowakei gewandelt hat. Sie
hören eine neue Ausgabe unserer Sendereihe „Kapitel aus der
tschechischen Geschichte“. mehr...
„Ein normaler Gegenstand historischer Forschung“ - Internationale Tagung zu Edvard Beneš in Prag
Viel Historikerprominenz versammelte sich im Prager Goethe-Institut. Am
Donnerstag und Freitag hat dort eine internationale Konferenz zu Edvard
Beneš stattgefunden. Der bekannte und umstrittene Politiker der
Tschechoslowakei – mit vielen guten und schlechten Attributen durch
Tschechen und Deutsche bedacht – ist eine Person, an der sich
Generationen abgearbeitet haben. Die Konferenz möchte eine
Bestandsaufnahme der bisherigen Forschung leisten und den Umgang mit der
Person auf die wissenschaftliche Ebene stellen. mehr...
Das Schwarzenberg-Archiv kehrt nach Bayern zurück
Eine Urkunde aus dem Jahr 1355 erhielt der bayerische Wissenschafts- und
Forschungsminister Wolfgang Heubisch am Montag vom tschechischen
Innenminister Jan Kubice. Mit der symbolischen Übergabe dieses Dokuments
endete das jahrelange Bemühen der bayerischen Archivverwaltung um die
Rückgabe des Schwarzenbergarchivs an Bayern. mehr...
Prager Ausstellung zeigt Propellerschlitten für deutsche Wehrmacht
Seit Dienstag vergangener Woche bekommen die Prager und ihre Gäste im
neuen Gebäude des Nationalmuseums eine Ausstellung zu sehen, die schon vom
Namen her einiges verspricht. „Vynálezci a vynálezy“, also Erfinder
und Erfindungen, ist eine Ausstellung, bei der über 200 Exponate von
tschechischen Schöpfern gezeigt werden, die die technische Entwicklung
bedeutend mitgeprägt haben. mehr...
„Um 180 Grad gedreht“ – Sporthistoriker Waic zum deutschen Sport in der Tschechoslowakei
Die Tschechoslowakei war bei ihrer Gründung am Ende des Ersten Weltkriegs
ein multiethnischer Staat. Der moderne Sport indes und besonders die
Turnbewegung sind eher national geprägt. In der Tschechoslowakei lebten
auch mehr als drei Millionen Deutsche. Ihr sportliches Aushängeschild war
vor allem der Skilauf. In welchem Verhältnis standen aber der tschechische
und der deutsche Sport in der Tschechoslowakei zueinander? Wie wurden die
Nationalmannschaften zusammengesetzt? Der Sporthistoriker Marek Waic von
der Prager Karlsuniversität antwortet im Folgenden auf diese und weitere
Fragen. mehr...
+1
+10




