Archiv: Geschichte | Tschechisch-deutsche Beziehungen Tschechisch-deutsche Beziehungen
Der "Prager Mittag" - die kurze Geschichte einer Emigrantenzeitung
Europa in den 1930er Jahren. Während die Welt ringsum im Meer des
Totalitarismus versinkt, ist die Tschechoslowakei für einige Jahre die
letzte Insel der Freiheit in Mitteleuropa. Viele politisch Verfolgte des
Nazi-Regimes suchen hier Zuflucht, darunter auch Schriftsteller,
Journalisten und Intellektuelle. Einige wenige Jahre lang konnte in Prag
sogar eine deutschsprachige Emigrantenzeitung erscheinen, der "Prager
Mittag". Thomas Kirschner stellt ihnen die kurze Geschichte des
Blattes vor.
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Wanderausstellung über Verbrechen an Deutschen während der Vertreibung
Seit Mai vergangenen Jahres zieht eine Wanderausstellung durch einige
nordböhmische Städte. Diese informiert den Besucher über Gewalttaten und
Exzesse, die im Zuge der so genannten wilden Vertreibung der Deutschen
nach dem Zweiten Weltkrieg begangen wurden. Am Montag machte die
Ausstellung in Teplice Station.
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Siedler und Alteingesessene in den Grenzgebieten der böhmischen Länder nach dem Zweiten Weltkrieg
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden im tschechischen Landesteil der
Tschechoslowakei die größten Bevölkerungsverschiebungen ihrer Geschichte
in Gang gesetzt, an denen mindestens fünf Millionen Menschen beteiligt
waren. Ungefähr 3,3 Millionen Deutsche flohen, wurden vertrieben oder
ausgesiedelt. Die große Mehrheit von ihnen hatte in den Grenzgebieten (den
ehemaligen Sudetengebieten) gelebt. Dorthin zogen in den ersten
Nachkriegsjahren mindestens 1,7 Millionen Tschechen und Slowaken als
Neusiedler. Nach dem Abschluss des Wiederbesiedlungsprozesses bestand die
neue Gesellschaft in den ehemaligen Sudetengebieten im Durchschnitt zu
über zwei Dritteln aus Neusiedlern. Das Zusammenleben zwischen
tschechischen Neu- und Altsiedlern gestaltete sich aber nicht immer
konfliktfrei. mehr...
Gegen Kriegsverbrechen und Kollaboration - die "Retributionsprozesse" 1945-1947
Mai 1945: Der Krieg ist zu Ende, auch in der Tschechoslowakei, wo noch bis
in die letzten Tage gekämpft wurde. Sieben Jahre nationalsozialistischer
Willkür und Terrorherrschaft liegen hinter dem Land. Wie kann man mit
dieser Vergangenheit leben? Neues Leid, die Vertreibung der
tschechoslowakischen Deutschen, ist eine Antwort. In den so genannten
Retributionsprozessen, die vor 60 Jahren zu Ende gingen, wurde aber auch
der Versuch gemacht, die Täter vor Gericht zur Verantwortung zu ziehen. mehr...
Der wundeste Punkt der tschechischen Gesellschaft
Die Diskussion um die eigene totalitäre Vergangenheit sorgt weiterhin für
viel Zündstoff in der tschechischen Gesellschaft - sofern darüber
überhaupt diskutiert wird. In der vergangenen Woche lud das Tschechische
Zentrum Berlin zu einer mit zahlreichen Experten gespickten Konferenz in
die deutsche Hauptstadt ein, um den Stand der Aufarbeitung in der
Tschechischen Republik mit der in der Bundesrepublik zu vergleichen.
Während Sturmtief "Kyrill" Berlin in Atem hielt, wackelten
zeitweise auch die Wände in der Tschechischen Botschaft, die als
Veranstaltungsort diente. Sebastian Kraft berichtete bereits am
vergangenen Freitag aus Berlin und fasst nun noch einmal die wichtigsten
Ereignisse zusammen. mehr...
Deutsche und tschechische Wege nach 1989 - Konferenz vergleicht Aufarbeitung des Kommunismus
Wie setzen sich Deutschland und die Tschechische Republik mit den Folgen
von vierzig Jahren kommunistischer Diktatur auseinander? Das ist die
Leitfrage einer Konferenz, die am Donnerstag und Freitag unter dem Titel
"Deutsche und tschechische Wege nach 1989 - ein Vergleich" in
der Tschechischen Botschaft in Berlin stattfindet. Für Radio Prag beobacht
Sebastian Kraft vor Ort die Konferenz.
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"Auf einmal war man nur noch Deutscher" - deutsche Antifaschisten in der Nachkriegstschechoslowakei
Die deutschen Antifaschisten in der Tschechoslowakei. Obwohl sie gegen
Hitler gekämpft und sich für den Erhalt des Tschechoslowakischen Staates
eingesetzt hatten, wurden viele von ihnen nach dem Zweiten Weltkrieg in
der Tschechoslowakei häufig nicht viel besser behandelt als der Rest der
deutschen Bevölkerung. Die tschechische Regierung hat im letzten Jahr,
noch unter dem damaligen sozialdemokratischen Premierminister, Jiri
Paroubek, beschlossen, die Geschichte der deutschen Hitlergegner in der
Tschechoslowakei aufzuarbeiten und die Öffentlichkeit mit deren Schicksal
bekannt zu machen. Andreas Wiedemann beschäftigt sich im heutigen
Geschichtskapitel mit den deutschen Antifaschisten. mehr...
"Auch sie waren dagegen" - Konferenz über die Geschichte der deutschen Antifaschisten
Die Geschichte und das Schicksal der deutschen Antifaschisten aufarbeiten
und dokumentieren und ihre Opfer nicht vergessen. Das ist das Ziel des
umfangreichen Projekts, dass durch einen Beschluss der tschechischen
Regierung, unter ihrem damaligen Premierminister Jiri Paroubek, vom 24.
August 2005 auf den Weg gebracht wurde. Die Regierung entschuldigte sich
dafür, dass auch Antifaschisten von den nach dem Krieg in der CSR
geltenden Maßnahmen betroffen waren. In Usti nad Labem fand von Montag bis
Mittwoch eine internationale Konferenz zum Auftakt dieses Projekts statt. mehr...
"Ein kultivierter Verfechter der anderen Welt" - Zur tschechische Erstausgabe des Politischen Tagebuchs von Camill Hoffmann
Sensibler Lyriker und genau beobachtender Diplomat - der 1878 im
mittelböhmischen Kolin geborene Camill Hoffmann war beides zugleich. Das
Politische Tagebuch, das Hoffmann in den Jahren 1932-1939 geführt hat, ist
nun erstmals auch in tschechischer Sprache erschienen. Mehr dazu von Thomas
Kirschner.
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Kolonialisierung und Missionierung? Die Kirche zwischen Vertreibung und Wiederbesiedlung
Immer wieder wird über die Vertreibung und Aussiedlung der deutschen
Bevölkerung aus der Tschechoslowakei nach dem Zweiten Weltkrieg
diskutiert. Über die weitere Entwicklung in den ehemaligen Sudetengebieten
ist hingegen weniger bekannt. Seit einigen Jahren wird nun aber verstärkt
der Frage nachgegangen, was eigentlich in diesen Gebieten passierte,
nachdem die Deutschen weg waren? Andreas Wiedemann beschäftigt sich in
unserem heutigen Geschichtskapitel mit einem speziellen Aspekt der
tschechischen Nachkriegsgeschichte: Mit der Rolle der Kirche im
Zusammenhang von Vertreibung und Wiederbesiedlung.
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