Archiv: Geschichte | Tschechisch-deutsche Beziehungen Tschechisch-deutsche Beziehungen
Nachkriegsmassaker an Deutschen in Rovensko: Rundfunk sendet Zeugenaussage
Was sich am 10. Mai 1945 im kleinen Ort Rovensko in Nordböhmen abspielte,
ist allgemein wenig bekannt. Dabei war es eines der schlimmsten Massaker an
Deutschen in der unmittelbaren Nachkriegszeit: Rund 300 Zivilisten wurden
dabei umgebracht. Der Tschechische Rundfunk hat kurz vor dem 68. Jahrestag
der Ereignisse in seinem Inlandsprogramm eine Dokumentarsendung dazu
ausgestrahlt. Erstmals äußerte sich auch einer der Täter. mehr...
„Pfeiler der allgemeinen Zwangsarbeit„ - KZ-Außenlager auf dem Gebiet der Tschechischen Republik
Auf dem Gebiet der heutigen Tschechischen Republik kamen während der
deutschen Besatzung eine Menge Zwangsarbeiter zum Einsatz. Einen Teil der
Arbeitskräfte, vor allem für die kriegswichtige Industrie, stellen die
deutschen Konzentrationslager zur Verfügung. Dazu richteten sie so
genannte Außenlager ein. Im April ist dazu eine neue Studie erschienen,
sie heißt „Die Arbeiterfrage soll mit Hilfe von KZ-Häftlingen gelöst
werden“. Autor der Arbeit ist der Historiker Alfons Adam, den Radio Prag
für ein Interview vor das Mikrofon gebeten hat. mehr...
Versöhnung durch Wahrheit: Buch über Fall Postoloprty / Postelberg
Kurz nach dem Kriegsende wurden im nordböhmischen Postoloprty / Postelberg
763 deutsche Zivilisten, darunter Frauen und Kinder ermordet. Zwei Jahre
nach dem Massaker hat eine Parlamentskommission den Fall untersucht.
Während des Kommunismus war der Fall Postelberg jedoch ein Tabu-Thema.
Erst vor zwei Jahren wurde herausgefunden, wer 1945 Schießbefehl erteilte.
Die beiden Täter sind inzwischen gestorben und wurden nie bestraft.
Zahlreiche Dokumente zum Fall Postelberg, Zeugenaussagen sowie Berichte von
tschechischen und deutschen Medien, sind einem neuen Buch enthalten, das
vor kurzem erschienen ist. Der zweisprachige Band heißt „Versöhnung
durch Wahrheit – Der Fall Postelberg und seine Bewältigung 1945-2010“.
Herausgegeben wurde er vom sudetendeutschen Heimatkreis Saaz. Das Buch hat
der deutsche Historiker Andreas Kalckhoff zusammengestellt, der selbst aus
Žatec / Saaz stammt. Bei der Präsentation des Buches in der Prager
Buchhandlung Academia entstand das folgende Gespräch mit dem Historiker. mehr...
Schlacht um Sokolowo – tschechoslowakischer Weltkriegs-Mythos
Auch tschechoslowakische Soldaten haben am Zweiten Weltkrieg teilgenommen.
Die ersten Einheiten des von den Nazis besetzten Landes entstanden in
Frankreich. Sie nahmen am Krieg allerdings in gemischten Verbänden mit
Soldaten anderer Länder teil. Deswegen kommt es erst im Osten Europas zum
Einsatz einer eigenständigen tschechoslowakischen Truppe. Vor ziemlich
genau 70 Jahren zog sie in die Schlacht um das ukrainische Dorf Sokolowo. mehr...
Triumphale Rückkehr - der Weg zum tschechischen Kult um Edvard Beneš
Edvard Beneš, der ehemalige tschechoslowakische Staatspräsident, ist Held
und Reizfigur zugleich. Es kommt nur darauf an, wen man fragt. In unseren
Sendungen haben wir bereits über die sudetendeutsche Wahrnehmung von
Beneš gesprochen. Nun beleuchten wir das Bild, das sich die
tschechoslowakischen Bürger von ihrem Präsidenten gemacht haben - und
zwar in der Zeit ab dem Münchner Abkommen von 1938, als Beneš abdankte,
und vor allem während seiner triumphalen Rückkehr in die
Nachkriegs-Tschechoslowakei. mehr...
Stýkání, nebo potýkání? Václav Petrbok zur Literatur in den böhmischen Ländern nach der Schlacht am Weißen Berg
Im November 1620 verloren die böhmischen Stände unter der Führung von
König Friedrich V. die Schlacht am Weißen Berg gegen die Truppen der
katholischen Liga. Es folgte die Rekatholisierung des Landes und mit ihr
ging auch die tschechische Schriftsprache verloren. Václav Petrbok ist
Bohemist und hat die Entwicklung der Literatur in den Böhmischen Ländern
zwischen dieser Schlacht und den Napoleonischen Kriegen untersucht. Sein
Buch erschien 2012, im Januar hat er es im Prager Literaturhaus
deutschsprachiger Autoren vorgestellt. Ein Grund, ihn vor das Mikrofon von
Radio Prag zu bitten. mehr...
Körperertüchtigung und Politik: 150 Jahre Turnerbund Sokol
Was für die Deutschen Turnvater Jahn ist, das ist für die Tschechen
Miroslav Tyrš. Er war vor 150 Jahren prägender Mitgründer des Sokol, der
tschechischen Turnbewegung, die später auch auf weitere slawische Völker
übergriff. „Sokol“ ist nicht nur im Tschechischen, sondern auch in
anderen slawischen Sprachen das Wort für „Falke“. Die Falken spielten
eine wichtige Rolle bei der Emanzipation der Tschechen und Slowaken in der
k.u.k. Monarchie und der Bildung eines eigenständigen Staates. Der Sokol
war zudem die bedeutendste Massenorganisation der tschechischen Geschichte. mehr...
Tschechisch-deutsches Zeitzeugenprojekt geht zu Ende
Holocaust, Zwangsarbeit, Vertreibung und Normalisierung – darüber haben
in den vergangenen Jahren zahlreiche Zeitzeugen in Schulen in Sachsen und
Nordböhmen berichtet. Koordiniert wurden die Begegnungen auf deutscher
Seite von der Brücke/Most-Stiftung und auf tschechischer Seite vom
Collegium Bohemicum im Rahmen eines europäischen Projektes. Nach drei
Jahren geht die Finanzierungszeit nun zu Ende. Diese Woche wurde bei einem
Treffen in Prag Bilanz gezogen. mehr...
„Hinwendung zu Tschechien“ – Journalist Pasch über die dritte sudetendeutsche Generation
Für viele Sudetendeutsche war die Vertreibung aus Böhmen, Mähren und
Schlesien ein traumatisches Erlebnis. Das hatte auch politische
Auswirkungen: Die Vertriebenenverbände, allen voran die Sudetendeutsche
Landsmannschaft, wandten sich in der Vergangenheit immer wieder gegen
bestimmte Schritte der Aussöhnung – zum Beispiel gegen den Ostvertrag
mit Prag. Mittlerweile steht die dritte Generation der Sudetendeutschen
mitten im Leben. Sie hat die Vertreibung selbst nicht erlebt. Wie sieht
sie
die gemeinsame tschechisch-deutsche Geschichte und die Heimat ihrer
Vorfahren? Das war eine der Fragen, die der Journalist Ralf Pasch einigen
Vertretern dieser Generation gestellt hat. Pasch, der selbst aus einer
sudetendeutschen Familie kommt, hat aber auch Tschechen derselben
Altersgruppe befragt. Gegenüber Radio Prag erläutert Ralf Pasch die
Ergebnisse seiner Forschungsarbeit. mehr...
„Rote Banane“ – Architekt Földeak zur Grenzregion des „wilden Nebeneinanders“
Die „Blaue Banane“ kann man nicht essen. Sie ist die Erfindung eines
französischen Geographen aus dem Jahr 1980. Als „Blaue Banane“
bezeichnete er das bevölkerungsreiche und wirtschaftlich starke Gebiet,
das von London, über die Benelux-Staaten und Südwestdeutschland bis Turin
reicht. Nun will Architekt Hans-Michael Földeak eine andere Region Europas
ähnlich hervorheben. Seine „Rote Banane“ erstreckt sich ähnlich
bogenförmig vom tschechischen Isergebirge, über den Bayerischen Wald, bis
zum Dreiländereck zwischen Tschechien, Österreich und der Slowakei. Im
Gegensatz zur „Blauen Banane“ stehen beim roten Pendant aber nicht die
Wirtschaftskraft, sondern die Grenze und ihre problematische Geschichte im
Zentrum der Aufmerksamkeit. Ein Interview mit dem Architekten über seine
Idee. mehr...
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