Archiv: Geschichte | Tschechisch-deutsche Beziehungen Tschechisch-deutsche Beziehungen

Nachkriegsmassaker an Deutschen in Rovensko: Rundfunk sendet Zeugenaussage

13-05-2013 17:52 | Till Janzer

Rovensko (Foto: Ľubomír Smatana, Archiv des Tschechischen Rundfunks) Was sich am 10. Mai 1945 im kleinen Ort Rovensko in Nordböhmen abspielte, ist allgemein wenig bekannt. Dabei war es eines der schlimmsten Massaker an Deutschen in der unmittelbaren Nachkriegszeit: Rund 300 Zivilisten wurden dabei umgebracht. Der Tschechische Rundfunk hat kurz vor dem 68. Jahrestag der Ereignisse in seinem Inlandsprogramm eine Dokumentarsendung dazu ausgestrahlt. Erstmals äußerte sich auch einer der Täter. mehr...

„Pfeiler der allgemeinen Zwangsarbeit„ - KZ-Außenlager auf dem Gebiet der Tschechischen Republik

08-05-2013 | Marco Zimmermann

Foto: Verlag Metropol Auf dem Gebiet der heutigen Tschechischen Republik kamen während der deutschen Besatzung eine Menge Zwangsarbeiter zum Einsatz. Einen Teil der Arbeitskräfte, vor allem für die kriegswichtige Industrie, stellen die deutschen Konzentrationslager zur Verfügung. Dazu richteten sie so genannte Außenlager ein. Im April ist dazu eine neue Studie erschienen, sie heißt „Die Arbeiterfrage soll mit Hilfe von KZ-Häftlingen gelöst werden“. Autor der Arbeit ist der Historiker Alfons Adam, den Radio Prag für ein Interview vor das Mikrofon gebeten hat. mehr...

Versöhnung durch Wahrheit: Buch über Fall Postoloprty / Postelberg

28-03-2013 15:59 | Martina Schneibergová

Kurz nach dem Kriegsende wurden im nordböhmischen Postoloprty / Postelberg 763 deutsche Zivilisten, darunter Frauen und Kinder ermordet. Zwei Jahre nach dem Massaker hat eine Parlamentskommission den Fall untersucht. Während des Kommunismus war der Fall Postelberg jedoch ein Tabu-Thema. Erst vor zwei Jahren wurde herausgefunden, wer 1945 Schießbefehl erteilte. Die beiden Täter sind inzwischen gestorben und wurden nie bestraft. Zahlreiche Dokumente zum Fall Postelberg, Zeugenaussagen sowie Berichte von tschechischen und deutschen Medien, sind einem neuen Buch enthalten, das vor kurzem erschienen ist. Der zweisprachige Band heißt „Versöhnung durch Wahrheit – Der Fall Postelberg und seine Bewältigung 1945-2010“. Herausgegeben wurde er vom sudetendeutschen Heimatkreis Saaz. Das Buch hat der deutsche Historiker Andreas Kalckhoff zusammengestellt, der selbst aus Žatec / Saaz stammt. Bei der Präsentation des Buches in der Prager Buchhandlung Academia entstand das folgende Gespräch mit dem Historiker. mehr...

Schlacht um Sokolowo – tschechoslowakischer Weltkriegs-Mythos

23-03-2013 02:01 | Till Janzer

Schlacht um Sokolowo Auch tschechoslowakische Soldaten haben am Zweiten Weltkrieg teilgenommen. Die ersten Einheiten des von den Nazis besetzten Landes entstanden in Frankreich. Sie nahmen am Krieg allerdings in gemischten Verbänden mit Soldaten anderer Länder teil. Deswegen kommt es erst im Osten Europas zum Einsatz einer eigenständigen tschechoslowakischen Truppe. Vor ziemlich genau 70 Jahren zog sie in die Schlacht um das ukrainische Dorf Sokolowo. mehr...

Triumphale Rückkehr - der Weg zum tschechischen Kult um Edvard Beneš

16-02-2013 02:01 | Till Janzer

Edvard Beneš Edvard Beneš, der ehemalige tschechoslowakische Staatspräsident, ist Held und Reizfigur zugleich. Es kommt nur darauf an, wen man fragt. In unseren Sendungen haben wir bereits über die sudetendeutsche Wahrnehmung von Beneš gesprochen. Nun beleuchten wir das Bild, das sich die tschechoslowakischen Bürger von ihrem Präsidenten gemacht haben - und zwar in der Zeit ab dem Münchner Abkommen von 1938, als Beneš abdankte, und vor allem während seiner triumphalen Rückkehr in die Nachkriegs-Tschechoslowakei. mehr...

Stýkání, nebo potýkání? Václav Petrbok zur Literatur in den böhmischen Ländern nach der Schlacht am Weißen Berg

02-02-2013 02:01 | Marco Zimmermann

Václav Petrbok (Foto: YouTube) Im November 1620 verloren die böhmischen Stände unter der Führung von König Friedrich V. die Schlacht am Weißen Berg gegen die Truppen der katholischen Liga. Es folgte die Rekatholisierung des Landes und mit ihr ging auch die tschechische Schriftsprache verloren. Václav Petrbok ist Bohemist und hat die Entwicklung der Literatur in den Böhmischen Ländern zwischen dieser Schlacht und den Napoleonischen Kriegen untersucht. Sein Buch erschien 2012, im Januar hat er es im Prager Literaturhaus deutschsprachiger Autoren vorgestellt. Ein Grund, ihn vor das Mikrofon von Radio Prag zu bitten. mehr...

Körperertüchtigung und Politik: 150 Jahre Turnerbund Sokol

29-12-2012 02:01 | Till Janzer

Was für die Deutschen Turnvater Jahn ist, das ist für die Tschechen Miroslav Tyrš. Er war vor 150 Jahren prägender Mitgründer des Sokol, der tschechischen Turnbewegung, die später auch auf weitere slawische Völker übergriff. „Sokol“ ist nicht nur im Tschechischen, sondern auch in anderen slawischen Sprachen das Wort für „Falke“. Die Falken spielten eine wichtige Rolle bei der Emanzipation der Tschechen und Slowaken in der k.u.k. Monarchie und der Bildung eines eigenständigen Staates. Der Sokol war zudem die bedeutendste Massenorganisation der tschechischen Geschichte. mehr...

Tschechisch-deutsches Zeitzeugenprojekt geht zu Ende

07-12-2012 15:28 | Till Janzer

Zeitzeugentreffen (Foto: Thomas Oellermann, Archiv Collegium Bohemicum) Holocaust, Zwangsarbeit, Vertreibung und Normalisierung – darüber haben in den vergangenen Jahren zahlreiche Zeitzeugen in Schulen in Sachsen und Nordböhmen berichtet. Koordiniert wurden die Begegnungen auf deutscher Seite von der Brücke/Most-Stiftung und auf tschechischer Seite vom Collegium Bohemicum im Rahmen eines europäischen Projektes. Nach drei Jahren geht die Finanzierungszeit nun zu Ende. Diese Woche wurde bei einem Treffen in Prag Bilanz gezogen. mehr...

„Hinwendung zu Tschechien“ – Journalist Pasch über die dritte sudetendeutsche Generation

01-11-2012 17:09 | Till Janzer

Ralf Pasch (Foto: Romy Ebert) Für viele Sudetendeutsche war die Vertreibung aus Böhmen, Mähren und Schlesien ein traumatisches Erlebnis. Das hatte auch politische Auswirkungen: Die Vertriebenenverbände, allen voran die Sudetendeutsche Landsmannschaft, wandten sich in der Vergangenheit immer wieder gegen bestimmte Schritte der Aussöhnung – zum Beispiel gegen den Ostvertrag mit Prag. Mittlerweile steht die dritte Generation der Sudetendeutschen mitten im Leben. Sie hat die Vertreibung selbst nicht erlebt. Wie sieht sie die gemeinsame tschechisch-deutsche Geschichte und die Heimat ihrer Vorfahren? Das war eine der Fragen, die der Journalist Ralf Pasch einigen Vertretern dieser Generation gestellt hat. Pasch, der selbst aus einer sudetendeutschen Familie kommt, hat aber auch Tschechen derselben Altersgruppe befragt. Gegenüber Radio Prag erläutert Ralf Pasch die Ergebnisse seiner Forschungsarbeit. mehr...

„Rote Banane“ – Architekt Földeak zur Grenzregion des „wilden Nebeneinanders“

17-10-2012 16:07 | Romy Ebert

Foto: Archiv des Regionalmuseums in Chomutov Die „Blaue Banane“ kann man nicht essen. Sie ist die Erfindung eines französischen Geographen aus dem Jahr 1980. Als „Blaue Banane“ bezeichnete er das bevölkerungsreiche und wirtschaftlich starke Gebiet, das von London, über die Benelux-Staaten und Südwestdeutschland bis Turin reicht. Nun will Architekt Hans-Michael Földeak eine andere Region Europas ähnlich hervorheben. Seine „Rote Banane“ erstreckt sich ähnlich bogenförmig vom tschechischen Isergebirge, über den Bayerischen Wald, bis zum Dreiländereck zwischen Tschechien, Österreich und der Slowakei. Im Gegensatz zur „Blauen Banane“ stehen beim roten Pendant aber nicht die Wirtschaftskraft, sondern die Grenze und ihre problematische Geschichte im Zentrum der Aufmerksamkeit. Ein Interview mit dem Architekten über seine Idee. mehr...

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