Archiv: Geschichte | Kommunismus Kommunismus
Begnadigung für Staatsanwältin der stalinistischen Schauprozesse?
Seit rund einem Jahr sitzt Ludmila Brožová-Polednová im Gefängnis. Sie
hatte als Staatsanwältin Schuld beim wohl bekanntesten Justizmord in den
50er Jahren in der Tschechoslowakei auf sich geladen: bei der Verurteilung
und Hinrichtung der Oppositionspolitikerin Milada Horáková. Das
Kreisgericht in Hradec Králové / Königgrätz hatte die ehemalige
Staatsanwältin deswegen zu sechs Jahren Freiheitsentzug verurteilt. Doch
Brožová-Polednová ist hoch betagt, lange war fraglich, ob sie
körperlich überhaupt fit ist für den Strafvollzug. Jetzt könnte die
88-Jährige frei kommen.
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Konferenz „Verbrechen des Kommunismus“: Teilnehmer verlangen Errichtung eines internationalen Tribunals
„Verbrechen des Kommunismus“. Unter diesem Titel ging am Freitag eine
internationale Konferenz zu Ende. Der Veranstalter der Konferenz, zu der
unter anderen rund 30 Historiker aus mehreren postkommunistischen Ländern
einschließlich Russlands, aber auch aus Deutschland oder Schweden kamen,
war das Institut für das Studium der totalitären Regime. Mit einer
gemeinsamen Erklärung haben die Teilnehmer an die Resolution des
Europäischen Parlaments vom Vorjahr angeknüpft, mit der die Verbrechen
aller totalitären und autoritären Regime verurteilt wurden.
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Mene-Tekel-Festival erinnert an Intellektuelle im Widerstand gegen das kommunistische Regime
Die Kenntnisse vor allem der jungen Generation über die neueste Geschichte
Tschechiens zu verbessern ist das Hauptziel des Festivals gegen
Totalitarismus „Mene Tekel“. Das Festival wird in Prag immer Ende
Februar veranstaltet, um an den kommunistischen Putsch vom 25. Februar 1948
in der Tschechoslowakei zu erinnern. Das 4. internationale
Mene-Tekel-Festival begann am Montag in Prag.
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Tschechischer Literaturbetrieb: Kommunistische Vergangenheit zieht noch immer
Vor gut 20 Jahren war der europäische Kontinent in Bewegung. Mittel- und
osteuropäische Staaten - darunter auch die ehemalige Tschechoslowakei –
schüttelten die kommunistische Herrschaft ab. Der Buchmarkt profitierte
von der neu gewonnenen Freiheit. Und vor allem konnte man sich nun auch
literarisch an der kommunistischen Vergangenheit abarbeiten. Radio Prag hat
nachgefragt, ob das immer noch ein Thema ist.
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Vor 20 Jahren aufgelöst: Tschechoslowakische Geheimpolizei (StB)
Am letzten Januartag des Jahres 1990 veröffentlichte der damalige
Innenminister Richard Sacher einen Erlass, mit dem die kommunistische
Geheimpolizei der Tschechoslowakei (StB) aufgelöst werden sollte. In Kraft
trat diese Bestimmung am 15. Februar desselben Jahres. So wurde die StB,
die zu einer berüchtigten und menschenfeindlichen Institution geworden
war, 42 Jahre nach der Gründung aufgelöst.
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Meditationsgarten in Pilsen – Doudlevce: Ein Mahnmal für Opfer des Totalitarismus
Nach dem Alltagsstress hat man oft die Lust, sich an einem ruhigen Ort
auszuruhen. Ein solcher idealer Ort ist der so genannte Meditationsgarten
am Stadtrand von Pilsen. Den Garten hat der politische Gefangene Luboš
Hruška im Stadtteil Doudlevce als eine Gedenkstätte für alle Opfer der
totalitären Regime errichtet.
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Gustáv Husák 1989: die letzte Neujahrs-Ansprache im „Staat des arbeitenden Volkes“
Am Montag haben wir Ihnen die aktuelle Neujahrs-Ansprache von Václav Klaus
präsentiert, vergangene Woche haben Sie Ausschnitte aus der Rede von
Václav Havel zum 1. Januar 1990 gehört. In der heutigen Ausgabe unser
Sendereihe „Anno dazumal“ drehen wir das Rad der Zeit noch etwas weiter
zurück: Hören Sie nun einige Passagen aus der Neujahrs-Ansprache des
letzten kommunistischen Präsidenten der ČSSR, Gustáv Husák.
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Kardinal Josef Beran - Verfolgter zweier Regime
Es gibt nur wenige kirchliche Würdenträger, die in Tschechien mit einer
Statue auf einem öffentlichen Platz geehrt werden. Im Dezember erhielt
diese Ehre der ehemalige Prager Erzbischof und Kardinal Josef Beran, der
die tschechische Kirche in den schwierigsten Zeiten des 20. Jahrhunderts
leitete: während der nationalsozialistischen Besatzung und während des
Kommunismus. mehr...
Vor 20 Jahren: Dienstbier und Genscher zertrennen den Eisernen Vorhang
Mit einem Bolzenschneider durchtrennten Jiří Dienstbier und Hans-Dietrich
Genscher am 23. Dezember 1989 den Stacheldraht am
tschechoslowakisch-deutschen Grenzübergang Waidhaus / Rozvadov. Es war nur
ein symbolischer Akt, aber die damaligen Außenminister beider Länder
besiegelten damit endgültig den Fall des Eisernen Vorhangs und bescherten
den Tschechoslowaken damit das erste Weihnachtsfest in Freiheit seit über
40 Jahren. Bereits im Jahr 2004 erinnerten sich Dienstbier und Genscher im
Gespräch mit Radio Prag an die aufregenden Ereignisse im Dezember 1989.
Partrick Gschwend hat sich die 5 Jahre alten Aufnahmen noch einmal
angehört.
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Dezember 1984: Nobelpreis in Literatur für Jaroslav Seifert
Wie immer am 10. Dezember fand auch im Jahr 1984 in Stockholm die
feierliche Übergabe des Nobelpreises für Literatur durch den schwedischen
König statt. Diesmal wurde er zum ersten Mal einem tschechischen Dichter
verliehen - dem damals.83-jährigen Jaroslav Seifert. Ein großes Ereignis
für die tschechische Kultur, für den damaligen tschechoslowakischen Staat
hingegen eine unangenehme Angelegenheit.
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