Archiv: Geschichte | Kommunismus Kommunismus

Von der Charta 77 zum Kulturbauernhof Řehlovice: der Künstler Jan Korbelík über Emigration und internationale Verständigung

24-04-2012 17:08 | Marco Zimmermann

Jan Korbelík (Foto: Archiv von Kulturzentrum Řehlovice) Jan Korbelík ist Künstler, Indologe und Übersetzer. Seit der Wende engagiert er sich auf dem Kulturbauernhof in Řehlovice. Er ist mit Lenka Holíková, der Leiterin des Bauernhofesm, befreundet und hat an allen größeren Aktionen der letzten Jahre mitgewirkt. Sein Lieblingsprojekt ist das Künstlersymposium „Proudění“ (dt.: Strömungen), das bereits seit zehn Jahren regelmäßig im Juli auf dem alten Meierhof stattfindet. Jan Korbelík lebt jetzt in Wien, dorthin emigrierte er Ende der siebziger Jahre. Als 18-Jähriger hatte er bereits die Charta 77 unterzeichnet und konnte deshalb nicht studieren. Als der damalige österreichische Bundeskanzler allen Charta-Unterzeichnern politisches Asyl anbot, nutzte Korbelík dies und ging nach Wien.  mehr...

Stalin-Monstermonument: Vor 50 Jahren auf Befehl aus Moskau gesprengt

21-04-2012 02:01 | Jitka Mládková

Stalin-Denkmal Es sollte ein Geschenk und vor allem eine Danksagung an einen „großen“ Mann sein: das Denkmal des sowjetischen Diktators Josef Stalin, der in einer überdimensionalen Granitgestalt von einer Anhöhe in aller Ewigkeit auf ganz Prag hinabschauen würde. Vor 68 Jahren wurde mit den Bauarbeiten begonnen. Am 1. Mai 1955 fand mit viel Pomp die Enthüllung statt. Doch Stalin und das Figurengefolge blieben nicht, wie eigentlich vorgesehen, für alle Zeiten verewigt auf der Letná. Die „Lebenszeit“ des tonnenschweren Granitklotzes betrug letztlich nur knapp acht Jahre. Die Entstehung und Zerstörung des Stalin-Denkmals sowie das tragische Schicksal des Bildhauers Otakar Švec hat vor einiger Zeit den in Wien lebenden Tschechen Rudolf Cainer inspiriert, einen Roman zu schreiben. Diesen hat Cainer vor Kurzem in Prag vorgestellt.  mehr...

Körperertüchtigung und Politik: 150 Jahre Turnerbund Sokol

14-04-2012 02:01 | Till Janzer

Was für die Deutschen Turnvater Jahn ist, das ist für die Tschechen Miroslav Tyrš. Er war vor 150 Jahren prägender Mitgründer des Sokol, der tschechischen Turnbewegung, die später auch auf weitere slawische Völker übergriff. „Sokol“ ist nicht nur im Tschechischen, sondern auch in anderen slawischen Sprachen das Wort für „Falke“. Die Falken spielten eine wichtige Rolle bei der Emanzipation der Tschechen und Slowaken in der k.u.k. Monarchie und der Bildung eines eigenständigen Staates. Der Sokol war zudem die bedeutendste Massenorganisation der tschechischen Geschichte.  mehr...

„Die Todesmühlen“ – Hanuš Burger zwischen Deutschen und Tschechen, zwischen Theater und Film (II)

31-03-2012 02:01 | Marco Zimmermann

In unserem letzten Kultursalon haben wir die Ausbildung und die ersten Karriereschritte Hanuš Burgers begleitet. Vor dem Aufstieg der Nazis musste er nach Amerika flüchten. Dort konnte sein Dokumentarfilm „Crisis“ über den Aufstieg der Sudetendeutschen Partei Erfolge feiern. Nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs kehrt er als Soldat nach Europa zurück. Damit endet sein Weg durch die Wirren des 20. Jahrhunderts aber noch lange nicht.  mehr...

Philosoph Jan Patočka: Intellektueller Kopf und Symbolfigur der Charta 77

31-03-2012 02:01 | Robert Schuster

Jan Patočka Am 13. März jährte sich zum 35-mal der Todestag des tschechischen Philosophen Jan Patočka. Er gehörte zu den Symbolen der Oppositionsbewegung Charta 77 und war deren erster Sprecher. Patočka verstarb jedoch bereits wenige Wochen nach der Veröffentlichung des Gründungsaufrufs der Charta am 1. Januar 1977 und zwar an den Folgen der zermürbenden Verhöre durch die kommunistische Staatssicherheit.  mehr...

Geschichte verbindet – Studenten treffen Zeitzeugen

30-03-2012 15:35 | Laura Staniszewski

Ernestine Meißner (Foto: ALFA) Die Geschichte des 20. Jahrhunderts erscheint den meisten Jugendlichen heutzutage fremd. Seit 2010 bietet das Collegium Bohemicum in Ústí nad Labem / Aussig Jugendlichen die Möglichkeit, Zeitzeugen zu treffen, die historische Ereignisse erlebt und überlebt haben. Am Donnerstag kamen Studenten nach Ústí, um die Geschichte der Stadt einmal durch die Perspektive von Zeitzeugen zu betrachten.   mehr...

März 1953: Pompöse Trauerfeiern für Josef Stalin und Klement Gottwald in der Tschechoslowakei

24-03-2012 02:01 | Jitka Mládková

Klement Gottwald und Stalin Im März 1953 wurde in der Tschechoslowakei mit einer Woche Abstand zweimal getrauert. Im ersten Fall um einen Riesen, im zweiten Fall um einen Zwerg der internationalen Politszene. Am 5. März starb Josef Stalin und im ganzen Sowjetreich und allen Satellitenstaaten schien die Zeit stehengeblieben zu sein. Neun Tage später folgte ihm der „erste Arbeiterpräsident“ der Tschechoslowakei, Klement Gottwald, ins Jenseits. Wie die Trauerfeiern für die beiden Staatsoberhäupter hierzulande abgehalten wurden, ist das Thema unseres Geschichtskapitels.  mehr...

Labor der Macht: das Mausoleum auf dem Vítkov-Hügel

23-03-2012 16:49 | Martina Schneibergová

Nationale Gedenkstätte auf dem Vítkov-Hügel (Foto: Barbora Kmentová) Die nationale Gedenkstätte auf dem Vítkov-Hügel in Prag ist nicht zu übersehen. Das funktionalistische Gebäude wurde in den 1920er Jahren erbaut, die große Reiterstatue des Heerführers Žižka wurde dort 1950 enthüllt. Das Gebäjude sollte ursprünglich als Gedenkstätte für die neue Tschechoslowakische Republik dienen. In den 1950er Jahren verwandelten die Kommunisten die Gedenkstätte in ein Mausoleum, in dem der erste kommunistische Präsidente Gottwald einbalsamiert und aufbewahrt wurde. Am 25. Februar dieses Jahres wurde in den erhaltenen Räumlichkeiten des einstigen Mausoleums eine Ausstellung mit dem Titel: „Das Labor der Macht“ eröffnet.  mehr...

„Spuren des Totalitarismus“: Schüler sprechen mit Opfern des Kommunismus

22-03-2012 17:08 | Martina Schneibergová

Foto: Paul Bauer Mehr als 22 Jahre sind seit dem Zusammenbruch des kommunistischen Regimes vergangen. Es zeigt sich jedoch, dass die jüngere Generation oft nicht ahnt, dass die Kommunisten Tausende Menschenleben auf dem Gewissen haben. Aus den Umfragen geht hervor, dass die jungen Menschen zudem kaum eine Vorstellung davon haben, wie sich das totalitäre Regime auf das Schicksal ganzer Familien auswirkte. Im Rahmen eines Forschungsprojektes haben die Schüler nun die Möglichkeit, nach Spuren der kommunistischen Vergangenheit in ihrer Region zu suchen.  mehr...

„Porajmos“ – Der Holocaust an den Roma im Protektorat Böhmen und Mähren

17-03-2012 02:01 | Marco Zimmermann

Steinbruch in Lety „Porajmos“ ist Romanes und bedeutet in etwa „Das Verschlingen“. Es ist die Bezeichnung für den Völkermord an den europäischen Roma in der Zeit des Nationalsozialismus. Während der deutschen Besatzungszeit wurden die Roma auch im Protektorat Böhmen und Mähren verfolgt. Besonders schlimm wurde es nach dem 9. März 1942. Die Protektoratsregierung übertrug ein Gesetz aus dem Reich auf die ehemalige Tschechoslowakei: den Erlass über die vorbeugende Verbrechensbekämpfung. Unter diesem Deckmantel kämpfte das NS-Regime gegen alle so genannten „asozialen“ Elemente. Es war der Startschuss für die rassische Kategorisierung der Roma und ihre Deportation nach Auschwitz.  mehr...

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