Archiv: Geschichte | Kommunismus Kommunismus
Stalin-Monstermonument: Vor 50 Jahren auf Befehl aus Moskau gesprengt
Es sollte ein Geschenk und vor allem eine Danksagung an einen „großen“
Mann sein: das Denkmal des sowjetischen Diktators Josef Stalin, der in
einer überdimensionalen Granitgestalt von einer Anhöhe in aller Ewigkeit
auf ganz Prag hinabschauen würde. Vor 68 Jahren wurde mit den Bauarbeiten
begonnen. Am 1. Mai 1955 fand mit viel Pomp die Enthüllung
statt. Doch Stalin und das Figurengefolge blieben nicht, wie eigentlich
vorgesehen, für alle Zeiten verewigt auf der Letná. Die „Lebenszeit“
des tonnenschweren Granitklotzes betrug letztlich nur knapp acht Jahre.
Die
Entstehung und Zerstörung des Stalin-Denkmals sowie das tragische
Schicksal des Bildhauers Otakar Švec hat vor einiger Zeit den in Wien
lebenden Tschechen Rudolf Cainer inspiriert, einen Roman zu schreiben.
Diesen hat Cainer vor Kurzem in Prag vorgestellt. mehr...
Körperertüchtigung und Politik: 150 Jahre Turnerbund Sokol
Was für die Deutschen Turnvater Jahn ist, das ist für die Tschechen
Miroslav Tyrš. Er war vor 150 Jahren prägender Mitgründer des Sokol, der
tschechischen Turnbewegung, die später auch auf weitere slawische Völker
übergriff. „Sokol“ ist nicht nur im Tschechischen, sondern auch in
anderen slawischen Sprachen das Wort für „Falke“. Die Falken spielten
eine wichtige Rolle bei der Emanzipation der Tschechen und Slowaken in der
k.u.k. Monarchie und der Bildung eines eigenständigen Staates. Der Sokol
war zudem die bedeutendste Massenorganisation der tschechischen Geschichte. mehr...
„Die Todesmühlen“ – Hanuš Burger zwischen Deutschen und Tschechen, zwischen Theater und Film (II)
In unserem letzten Kultursalon haben wir die Ausbildung und die ersten
Karriereschritte Hanuš Burgers begleitet. Vor dem Aufstieg der Nazis
musste er nach Amerika flüchten. Dort konnte sein Dokumentarfilm
„Crisis“ über den Aufstieg der Sudetendeutschen Partei Erfolge feiern.
Nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs kehrt er als Soldat nach Europa
zurück. Damit endet sein Weg durch die Wirren des 20. Jahrhunderts aber
noch lange nicht. mehr...
Philosoph Jan Patočka: Intellektueller Kopf und Symbolfigur der Charta 77
Am 13. März jährte sich zum 35-mal der Todestag des tschechischen
Philosophen Jan Patočka. Er gehörte zu den Symbolen der
Oppositionsbewegung Charta 77 und war deren erster Sprecher. Patočka
verstarb jedoch bereits wenige Wochen nach der Veröffentlichung des
Gründungsaufrufs der Charta am 1. Januar 1977 und zwar an den Folgen der
zermürbenden Verhöre durch die kommunistische Staatssicherheit. mehr...
Geschichte verbindet – Studenten treffen Zeitzeugen
Die Geschichte des 20. Jahrhunderts erscheint den meisten Jugendlichen
heutzutage fremd. Seit 2010 bietet das Collegium Bohemicum in Ústí nad
Labem / Aussig Jugendlichen die Möglichkeit, Zeitzeugen zu treffen, die
historische Ereignisse erlebt und überlebt haben. Am Donnerstag kamen
Studenten nach Ústí, um die Geschichte der Stadt einmal durch die
Perspektive von Zeitzeugen zu betrachten.
mehr...
März 1953: Pompöse Trauerfeiern für Josef Stalin und Klement Gottwald in der Tschechoslowakei
Im März 1953 wurde in der Tschechoslowakei mit einer Woche Abstand zweimal
getrauert. Im ersten Fall um einen Riesen, im zweiten Fall um einen Zwerg
der internationalen Politszene. Am 5. März starb Josef Stalin und im
ganzen Sowjetreich und allen Satellitenstaaten schien die Zeit
stehengeblieben zu sein. Neun Tage später folgte ihm der „erste
Arbeiterpräsident“ der Tschechoslowakei, Klement Gottwald, ins Jenseits.
Wie die Trauerfeiern für die beiden Staatsoberhäupter hierzulande
abgehalten wurden, ist das Thema unseres Geschichtskapitels. mehr...
Labor der Macht: das Mausoleum auf dem Vítkov-Hügel
Die nationale Gedenkstätte auf dem Vítkov-Hügel in Prag ist nicht zu
übersehen. Das funktionalistische Gebäude wurde in den 1920er Jahren
erbaut, die große Reiterstatue des Heerführers Žižka wurde dort 1950
enthüllt. Das Gebäjude sollte ursprünglich als Gedenkstätte für die
neue Tschechoslowakische Republik dienen. In den 1950er Jahren verwandelten
die Kommunisten die Gedenkstätte in ein Mausoleum, in dem der erste
kommunistische Präsidente Gottwald einbalsamiert und aufbewahrt wurde. Am
25. Februar dieses Jahres wurde in den erhaltenen Räumlichkeiten des
einstigen Mausoleums eine Ausstellung mit dem Titel: „Das Labor der
Macht“ eröffnet. mehr...
„Spuren des Totalitarismus“: Schüler sprechen mit Opfern des Kommunismus
Mehr als 22 Jahre sind seit dem Zusammenbruch des kommunistischen Regimes
vergangen. Es zeigt sich jedoch, dass die jüngere Generation oft nicht
ahnt, dass die Kommunisten Tausende Menschenleben auf dem Gewissen haben.
Aus den Umfragen geht hervor, dass die jungen Menschen zudem kaum eine
Vorstellung davon haben, wie sich das totalitäre Regime auf das Schicksal
ganzer Familien auswirkte. Im Rahmen eines Forschungsprojektes haben die
Schüler nun die Möglichkeit, nach Spuren der kommunistischen
Vergangenheit in ihrer Region zu suchen. mehr...
„Porajmos“ – Der Holocaust an den Roma im Protektorat Böhmen und Mähren
„Porajmos“ ist Romanes und bedeutet in etwa „Das Verschlingen“. Es
ist die Bezeichnung für den Völkermord an den europäischen Roma in der
Zeit des Nationalsozialismus. Während der deutschen Besatzungszeit wurden
die Roma auch im Protektorat Böhmen und Mähren verfolgt. Besonders
schlimm wurde es nach dem 9. März 1942. Die Protektoratsregierung
übertrug ein Gesetz aus dem Reich auf die ehemalige Tschechoslowakei: den
Erlass über die vorbeugende Verbrechensbekämpfung. Unter diesem
Deckmantel kämpfte das NS-Regime gegen alle so genannten „asozialen“
Elemente. Es war der Startschuss für die rassische Kategorisierung der
Roma und ihre Deportation nach Auschwitz. mehr...
Der „siegreiche Februar“ 1948 und die Berichte westlicher Diplomaten
Der 25. Februar 1948 ist ein symbolträchtiges Datum, als „siegreicher
Februar“ ist er in die tschechoslowakische beziehungsweise tschechische
Geschichte eingegangen. „Siegreich“ war er aber nur für die
Kommunisten, die an diesem Tag die Macht im Land übernahmen. Für die
politische und gesellschaftliche Opposition begannen 41 Jahre der
Unterdrückung. Außenpolitisch bedeutete der „siegreiche Februar“,
dass die Tschechoslowakei unter den Einfluss der Sowjetunion kam. Wie haben
damals die Westmächte darauf reagiert, dass Stalin nun auch die ČSR als
letztes der Ostblockländer in seinen Griff bekam? mehr...
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