Archiv: Geschichte | Kommunismus Kommunismus

„Porajmos“ – Der Holocaust an den Roma im Protektorat Böhmen und Mähren

17-03-2012 02:01 | Marco Zimmermann

Steinbruch in Lety „Porajmos“ ist Romanes und bedeutet in etwa „Das Verschlingen“. Es ist die Bezeichnung für den Völkermord an den europäischen Roma in der Zeit des Nationalsozialismus. Während der deutschen Besatzungszeit wurden die Roma auch im Protektorat Böhmen und Mähren verfolgt. Besonders schlimm wurde es nach dem 9. März 1942. Die Protektoratsregierung übertrug ein Gesetz aus dem Reich auf die ehemalige Tschechoslowakei: den Erlass über die vorbeugende Verbrechensbekämpfung. Unter diesem Deckmantel kämpfte das NS-Regime gegen alle so genannten „asozialen“ Elemente. Es war der Startschuss für die rassische Kategorisierung der Roma und ihre Deportation nach Auschwitz.  mehr...

Der „siegreiche Februar“ 1948 und die Berichte westlicher Diplomaten

25-02-2012 02:01 | Jitka Mládková

Klement Gottwald am 25. Februar 1948 Der 25. Februar 1948 ist ein symbolträchtiges Datum, als „siegreicher Februar“ ist er in die tschechoslowakische beziehungsweise tschechische Geschichte eingegangen. „Siegreich“ war er aber nur für die Kommunisten, die an diesem Tag die Macht im Land übernahmen. Für die politische und gesellschaftliche Opposition begannen 41 Jahre der Unterdrückung. Außenpolitisch bedeutete der „siegreiche Februar“, dass die Tschechoslowakei unter den Einfluss der Sowjetunion kam. Wie haben damals die Westmächte darauf reagiert, dass Stalin nun auch die ČSR als letztes der Ostblockländer in seinen Griff bekam?  mehr...

Erlebte Vergangenheit: Schüler sprechen mit Opfern des Kommunismus

14-02-2012 15:50 | Martina Schneibergová

Foto: Paul Bauer Seit dem Zusammenbruch des kommunistischen Regimes in der ehemaligen Tschechoslowakei sind mehr als 22 Jahre vergangen. Wie sich in verschiedenen Umfragen zeigt, hat die jüngere Generation oft nur sehr vage Vorstellungen darüber, wie verheerend das totalitäre Regime das Schicksal ganzer Familien beeinflusst hatte. Ein neues Forschungsprojekt für Schüler bietet nun die Möglichkeit, nach Spuren in der kommunistischen Vergangenheit zu suchen. Am Montag haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Projektes die Resultate ihrer Forschungen vorgestellt.  mehr...

Prager Frühling 1968 begann im Januar: der moskautreue Parteichef Antonín Novotný musste gehen

28-01-2012 02:01 | Jitka Mládková

Antonín Novotný Der tschechoslowakische Staatspräsident Antonín Novotný steht eher selten im Fokus historischer Betrachtungen. Dabei war er fast 15 Jahre lang auch Erster Sekretär des Zentralkomitees der KPTsch und damit ranghöchster Mann in der kommunistischen Staatspartei. In den politischen Chefposten wurde Novotný im September 1953 gewählt. Vier Jahre später gelang es ihm zudem, auch das prestigeträchtige Amt des Staatsoberhauptes für sich zu erringen. Novotný galt als Moskau treuer Apparatschik, doch unter seiner Führung erlebt die Tschechoslowakei die „Goldene Sechziger“. Politologen bezeichnen dies als ein Widerspruch. Als dann die Reformbewegung des so genannten Prager Frühlings begann, musste der unterdurchschnittlich gebildete Staatsführer seine beiden Funktionen niederlegen. Vor dem Hintergrund seiner politischen Laufbahn spiegelt sich ein ganzes Kapitel der tschechischen Geschichte wieder.  mehr...

Dáša Vokatá - Liedermacherin des „Underground“

15-01-2012 02:01 | Martina Schneibergová

Dáša Vokatá ist eine einzigartige Liedermacherin. Ihre Lieder aus den 1970er und 1980er Jahren sind in Tschechien erst vor kurzem auf CD erschienen. Das Album heißt „Find einen Ort für Freude“.  mehr...

„Eine freie, informelle und offene Gemeinschaft“ - 35 Jahre Charta 77

07-01-2012 02:01 | Marco Zimmermann

Václav Havel Das Jahr 2011 ging für die Tschechen mit einem traurigen Ereignis zu Ende: Eine Woche vor Weihnachten starb der Dramatiker, Ex-Präsident und ehemalige Dissident Václav Havel. Er war eine Ikone des Widerstands gegen das kommunistische Regime, und er war Mitinitiator, Sprecher und Unterzeichner des bekanntesten Projekts dieses Widerstands: der Charta 77. Am 1. Januar feierte die Charta 35. Jubiläum.  mehr...

Zerstörte Kirchen Nordböhmens - Ausstellung im Prager Klementinum

03-01-2012 16:02 | Martina Schneibergová

Wallfahrtskirche von Verneřice (Foto: Vernichtete Kirchen Nordböhmens 1945-1989) Schwarz-Weiß-Fotos von Kirchenruinen, Archivdokumente sowie Modelle von nicht mehr existierenden Sakralbauten – das alles ist in einer Ausstellung im Prager Klementinum zu sehen. Dokumentiert ist hier die die Geschichte von 80 Kirchen, Kapellen und Synagogen in Nordböhmen, die während des Kommunismus abgerissen wurden.  mehr...

Benediktinerstift Břevnov: In der Gunst des Kaisers, in der Ungunst der Kommunisten

30-12-2011 17:14 | Martina Schneibergová

Benediktinerstift Břevnov Es ist das älteste Männerkloster in Böhmen überhaupt: Seine Gründung geht auf den Přemyslidenfürst Boleslav II. und auf den zweiten Prager Bischof, Adalbert (Vojtěch), zurück. Das Benediktinerstift im Prager Stadtteil Břevnov (deutsch Breunau) hat eine bewegte Geschichte, die 993 begann.  mehr...

Tschechische Weihnachten 1918 – 1989: seit der Gründung der Republik bis zur Samtenen Revolution

24-12-2011 02:01 | Jitka Mládková

Der Christbaum mit strahlenden Kerzen, die Weihnachtskrippen, die Bescherung zu Heiligabend, der Karpfen, hausgemachtes Gebäck - dies und vieles mehr sind heutzutage Symbole, die in unseren Breiten für Weihnachten stehen. Im Prinzip ein Fest in Hülle und Fülle in einer friedlichen Atmosphäre. Und vor allem im engen Kreis der Familie. Für viele Tschechen kommen noch die vergangenen 22 Jahre hinzu, das heißt das Leben in Freiheit als bedeutender Faktor. Dass aber die Zeichen der Weihnachtszeit in der Vergangenheit oft anders standen, davon erzählt ein vor Jahresfrist erschienenes Buch mit dem Titel „Tschechische Weihnachten 1918 – 1989: seit der Gründung der Republik bis zur Samtenen Revolution“. Kurz vor Weihnachten haben die Tschechischen Zentren in München, Düsseldorf und Berlin Präsentationen dieses Buches in Deutschland veranstaltet. Geschrieben wurde das Werk vom Historikerehepaar Petr Koura und Pavlína Kourová. Jitka Mládková hat mit der männlichen Hälfte des Autorenduos gesprochen. Sie hören eine Sonderausgabe unseres Kapitels aus der tschechischen Geschichte.  mehr...

Triumphale Rückkehr - der Weg zum tschechischen Kult um Edvard Beneš

17-12-2011 02:01 | Till Janzer

Edvard Beneš Edvard Beneš, der ehemalige tschechoslowakische Staatspräsident, ist Held und Reizfigur zugleich. Es kommt nur darauf an, wen man fragt. Vor einigen Wochen haben wir hier in unseren Sendungen bereits über die sudetendeutsche Wahrnehmung von Beneš gesprochen. Nun beleuchten wir das Bild, das sich die tschechoslowakischen Bürger von ihrem Präsidenten gemacht haben- und zwar in der Zeit ab dem Münchner Abkommen von 1938, als Beneš abdankte, und vor allem während seiner triumphalen Rückkehr in die Nachkriegs-Tschechoslowakei.  mehr...

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