Archiv: Geschichte | Kommunismus Kommunismus
Das Wendejahr 1989 als Startschuss für nie gekannten Reiseboom
In den Westen zu reisen, war in der kommunistischen Ex-Tschechoslowakei
offiziell möglich. In Wirklichkeit war es aber ein Weg voller Hürden. Das
Anschaffen jeweiliger Genehmigungen für Individualreisen oder
stundenlanges Schlangestehen vor einem Reisebüro, um etwas vom knappen
Angebot zu ergattern, war oft erfolglos. Von der Reisefreiheit konnte keine
Rede sein.
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„Zug der Freiheit“ – Sonderzug erinnert an Ausreise der Botschaftsflüchtlinge
Ein Sonderzug mit fünf historischen DDR-Reichsbahn-Waggons ist am
Donnerstag vom Prager Hauptbahnhof aus auf Fahrt gegangen. Und zwar über
Dresden, Freiberg, Chemnitz, Plauen nach Hof. Das ist genau die Strecke,
welche die DDR-Flüchtlinge in der Nacht vom 30. September auf den 1.
Oktober 1989 genommen haben, um nach Westdeutschland zu gelangen. Kurz
zuvor war nach komplizierten Verhandlungen zwischen den Politikern auf den
beiden Seiten des Eisernen Vorhangs die Entscheidung über die Ausreise
gefallen. Mit dem „Zug der Freiheit“ wollte der Verein „Kultur
Aktiv“ aus Dresden nun an diese dramatische Ausreise erinnern. Die
einzelnen Waggons sind als Kunsträume gestaltet. In ihnen werden
Ausstellungen gezeigt, es präsentieren sich Zeitzeugen in Interviews
sowie
Wissenschaftler und Jugendliche aus den ehemaligen Staaten des Ostblocks. mehr...
Genscher in der Prager Botschaft: „Ein wunderbarer Anlass zu feiern“
Am Mittwoch wurde in der deutschen Botschaft in Prag gefeiert - ein
Jubiläum. Auf den Tag genau war es 20 Jahre her gewesen, dass die
wochenlang in der Prager Botschaft festsitzenden DDR-Flüchtlinge ausreisen
konnten. Ein Stein aus der Mauer, die Europa teilte, wurde heraus
gebrochen. Und deswegen wurde auch gleich der Tag der Deutschen Einheit
mitgefeiert.
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Wende-Ereignisse vor 20 Jahren: Prager Botschaft und Land Sachsen erinnern
Der 30. September. Das ist der Tag, an dem vor 20 Jahren der damalige
Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher eine Rede in der
bundesdeutschen Botschaft in Prag hielt, die Geschichte machte. Damals
verkündete er vom Balkon des Palais Lobkowicz, dass die 4 bis 5.000
DDR-Flüchtlinge von Prag nach Westdeutschland ausreisen dürfen. Tage,
Wochen, zum Teil Monate hatten sie in der Botschaft ausgeharrt und auf
diese Worte gewartet. Daniel Kortschak sprach mit Christian Rühmkorf
darüber, wie an die Ereignisse vor 20 Jahren erinnert wird. mehr...
„Wir schenken Euch den Trabi“ – Herbst 1989 auf Klassenfahrt in Prag
Diese Woche steht die Berichterstattung der meisten Medien voll im Zeichen
der DDR-Bürger, die damals vor 20 Jahren oft viele Wochen in der Prager
Botschaft der Bundesrepublik Deutschland ausharrten. Tausende waren in die
Tschechoslowakei eingereist und hatten sich in die Botschaft geflüchtet. -
In der Hoffnung auf ihre Ausreise in den Westen. Christian Rühmkorf sprach
mit dem Deutschen Eugen Brodowski, der damals als Schüler an einer
Klassenfahrt nach Prag teilnahm und beinahe wie zufällig in das
historische Geschehen hineinstolperte.
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Botschaftsflucht 1989 – Wie nahmen Tschechen die Ereignisse wahr?
Das Lobkowicz-Palais, in dem die Prager Botschaft der Bundesrepublik
Deutschland untergebracht ist, hatte sich vor genau 20 Jahren in ein
riesiges Flüchtlingslager für tausende DDR-Bürger verwandelt. Am 30.
September 1989 verkündete der damalige bundesdeutsche Außenminister
Hans-Dietrich Genscher in seiner berühmten Rede vom Botschaftsbalkon aus,
dass ihr Weg in den Westen frei ist. Wie aber wurden die für die deutsche
Geschichte so bedeutsamen Ereignisse von den Tschechen wahrgenommen? Der
Historiker Vratislav Vaníček arbeitete damals - im Herbst 1989 - im
Enzyklopädischen Institut in unmittelbarer Nähe der deutschen Botschaft.
Patrick Gschwend hat sich mit ihm – 20 Jahre danach – dort getroffen. mehr...
Ex-Botschafter Huber vor zehn Jahren über das Flüchtlingsdrama 1989
Anlässlich des Jahrestags haben wir für das Tonarchiv auf einer Kassette
eine Aufnahme zum Flüchtlingsdrama an der Deutschen Botschaft gefunden.
Es
ist ein Gespräch mit Hermann Huber, der 1989 der bundesdeutsche
Botschafter in Prag war. Das Gespräch hat Radio Prag anlässlich des
zehnjährigen Jahrestags geführt. mehr...
DDR – ČSSR – BRD: Die Geschichte einer Flucht im Herbst 1989
Alexandra Altheide, 48 Jahre alt, wohnhaft im hessischen Fulda. Ihr Sohn
David wohnt nur wenige Kilometer weiter. Sie gehören zu den Tausenden von
DDR-Flüchtlingen, die sich im September 1989 nach Prag durchgeschlagen
haben, in die Botschaft der Bundesrepublik Deutschland. Als Alexandra
Altheide Ende der 80er Jahre einen Ausreiseantrag stellt, ist sie noch
nicht einmal 30. Sie hat einen Fluchtversuch hinter sich, Stasi-Gefängnis
und den gefürchteten Jugendwerkhof, die Umerziehungsanstalt der DDR. Angst
ist seit dem ihr ständiger Begleiter, Angst vor allem um die Zukunft ihrer
zwei Kinder. Ihr Ausreiseantrag wird mit monatelangen Schikanen und
Erniedrigungen beantwortet. Als der Ostblock schließlich in Bewegung
gerät, gibt es einen Hoffnungsschimmer. Alexandra Altheide und ihr damals
gerade einmal zehn Jahre alter Sohn David schauen zurück und erzählen die
Geschichte ihrer Flucht über Prag. Die Botschaft der Bundesrepublik
Deutschland war im Frühherbst 1989 eine Rettungsinsel für unzählige
DDR-Bürger geworden…
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Jára-Cimrman-Theater: 22 Jahre auf der Insel der Stupidität
In wenigen Wochen wird in Tschechien an ein Ereignis erinnert, das zum
entscheidenden Wendepunkt seiner Geschichte geworden ist. Am 17. November
1989 hat eine Studentendemonstration in Prag, die von der Polizei brutal
auseinandergetrieben wurde, den Startschuss zu der so genannten Samtenen
Revolution gab. Aus diesem Anlass wird hierzulande viel bilanziert und
zugleich auch daran erinnert, wie dies und jenes vor dem Wende ausgesehen
hatte. Welche Verhältnisse damals im Kulturbereich herrschten, wollen wir
am Beispiel eines Theaters veranschaulichen.
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"Ich hatte einen Fremdenpass" - Korrespondent Johnny Krčmář, Teil II
Johnny Krčmář haben wir Ihnen in dieser Sendereihe bereits vorgestellt.
Er wurde 1933 in Köln am Rhein als Sohn eines tschechischen Diplomaten
geboren und wuchs in London auf. 1947 zog er mit seiner Familie nach Prag.
Im Februar 1948 ergriffen die Kommunisten in seiner Heimat die Macht.
Abertausende Menschen wurden danach Opfer von Unrecht, Gewalt und
Diskriminierung. Einer jener, die den Kommunisten nicht in den Kram
passten, war auch Johnny Krčmář. Für mehrere Jahre wurde er an die
Werkbank verbannt, bevor er, zunächst als Übersetzer, bei der
tschechoslowakischen Presseagentur ČTK unterkam. Seine demokratische
Gesinnung wahrte er auch später als Berichterstatter von Reuters. Doch
dies drängte ihn praktisch in die Emigration nach Wien. Wir senden nun
eine lockere Fortsetzung des Interviews mit Johnny Krčmář: Es geht
diesmal um die Siebziger- und Achtzigerjahre.
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