Archiv: Geschichte | 2. Weltkrieg 2. Weltkrieg

Erster Olympischer Fackellauf 1936: Durch Prag nur unter Polizeischutz

27-07-2012 16:16 | Marco Zimmermann

Foto: Bundesarchiv Das olympische Feuer wird traditionell vom letzten Teilnehmer des olympischen Staffellaufs entzündet, indem er die Fackel in das Stadion trägt. Millionen Menschen verfolgen jedes Mal das Spektakel am Fernseher und live vor Ort. Diese Tradition des Staffellaufs wurde erst 1936 bei den Olympischen Spielen in Nazi-Deutschland eingeführt. Der erste Lauf vor 76 Jahren aus dem antiken Olympia nach Berlin führte auch durch die damalige Tschechoslowakei. Die Gegner der Nationalsozialisten aber wollten die Stafette unterbrechen. mehr...

Gedenken in Lety – Premier erinnert an tschechische Mitverantwortung

10-07-2012 16:06 | Marco Zimmermann

Foto: ČTK Am Montag fand in Lety bei Písek eine kleine Zeremonie statt. Im Jahr 2012 jährt sich nämlich zum 70. Mal die Umwandlung des Arbeitsstraflagers Lety in ein Konzentrationslager für Roma. Premier Petr Nečas legte als erster tschechischer Regierungschef einen Kranz am Gedenkstein für die Opfer des Roma-Holocaust nieder und hielt eine Ansprache. Die Aktion war aber umstritten, denn Nečas wählte einen eigenen Termin für das Gedenken. mehr...

„Ein Vierteljahrhundert stand der Konsum im Vordergrund“ – Politologe Schuster über neue Lust an Geschichte in Tschechien

09-07-2012 17:19 | Robert Schuster, Marco Zimmermann

Die Heiligen Kyrill und Method am Donnerstag und einen Tag später Jan Hus am Freitag sind in Tschechien Feiertage. In den letzten Jahren lässt sich beobachten, dass die Politiker nicht nur diese beiden Feiertage, sondern generell alle historisch wichtigen Jubiläen für sich neu entdecken und darin einen Anlass sehen, sich in Grundsatzreden an die breite Öffentlichkeit zu wenden. Das Interesse der Menschen ist ihnen dann nämlich sicher. Die Bereitschaft der Politiker, bei solchen Anlässen vor die Mikrophone und Kameras zu treten, hat aber in einigen Fällen auch für Kritik gesorgt. Es wird ihnen vorgeworfen, den betreffenden Jahrestag für ihre Zwecke zu instrumentalisieren. Mehr über diese Problematik im Interview mit unserem Mitarbeiter, dem Politikwissenschaftler Robert Schuster. mehr...

Gedenken an Ležáky – „Aussiedlung logische Folge der deutschen Verbrechen“

25-06-2012 15:23 | Marco Zimmermann

Foto: ČTK Die Ermordung des stellvertretenden Reichsprotektor Reinhard Heydrichs durch tschechoslowakische Fallschirmspringer hat sich dieses Jahr zum 70. Mal gejährt. In den Medien, in Ausstellungen und Gedenkaktionen wurde auf das Thema hierzulande ausführlich eingegangen. Auch an die Opfer des Rachefeldzuges der Nazis wurde erinnert, so an das Dorf Lidice, das damals dem Erdboden gleichgemacht wurde. Sein Schicksal ist auf der ganzen Welt bekannt. Dem Terror fiel aber noch ein zweites Dorf zum Opfer: das ostböhmische Ležáky. mehr...

Gedenken in Prag: Vor 70 Jahren starben die Heydrich-Attentäter

18-06-2012 16:57 | Martina Schneibergová

Foto: ČTK Es war die bedeutendste Tat des tschechischen Widerstandskampfes während des Zweiten Weltkriegs: das Attentat auf den stellvertretenden Reichsprotektor Reinhard Heydrich. Die tschechischen Fallschirmspringer, die sich an dem Attentat beteiligten, sind vor 70 Jahren ums Leben gekommen. Sie starben nach einem stundenlangen Kampf mit einigen Hundert SS-Angehörigen. An die Widerstandskämpfer wurde am Montag an dem Ort erinnert, wo sie den Tod fanden: in der orthodoxen Prager Kyrill-und-Method-Kirche. mehr...

Reinhard-Heydrich-Stiftung Prag: Wissenschaft im Dienste der NS-Ideologie

16-06-2012 02:01 | Marco Zimmermann

Überall in Tschechien wird derzeit der 70. Jahrestag des Attentats auf den damaligen stellvertretenden Reichsprotektor von Böhmen und Mähren Reinhard Heydrich begangen. Mit dem Namen Heydrich wird oft auch die geplante Germanisierung Böhmens verbunden. Dazu wollte er sogar eine Forschungseinrichtung gründen. Umgesetzt wurde dieser Plan aber erst nach dem Tod des SS-Obergruppenführers - und die Institution erhielt ihm zu Ehren den Namen Reinhard-Heydrich-Stiftung. In unserem aktuellen Kapitel aus der tschechischen Geschichte von und mit Marco Zimmermann stellen wir ihnen Ergebnisse aus der Forschung vor. mehr...

Gedenkstätte für Heydrich-Attentäter in der Kyrill-und-Method-Kirche

15-06-2012 16:15 | Martina Schneibergová

Kyrill-und-Method-Kirche Am 27. Mai 1942 verübten tschechoslowakische Fallschirmspringer ein Attentat auf den stellvertretenden Reichsprotektor von Böhmen und Mähren, Reinhard Heydrich. Nach einigen Tagen erlag Heydrich seinen Verletzungen. Auf die Tat der Widerstandskämpfer reagierte das NS-Regime mit einer Welle von Vergeltungsmaßnahmen. Die Attentäter versteckten sich nach dem Anschlag in einer orthodoxen Kirche im Prager Stadtzentrum. In diesem Versteck sind die sieben Fallschirmspringer 20 Tage später umgekommen. An dem Ort, wo die Attentäter einst versteckt waren, befindet sich heute eine Gedenkstätte für die Widerstandskämpfer. mehr...

„Kleine Gesten können große Wirkung entfalten“ – Politologe Schuster über Gaucks Brief zu Lidice

11-06-2012 16:37 | Lothar Martin

Joachim Gauck (Foto: Jesco Denzel) Das vergangene Wochenende stand in Tschechien ganz im Zeichen des Gedenkens an den 70. Jahrestag des Massakers im mittelböhmischen Lidice und später im ostböhmischen Ležáky. Die Nazis ließen damals als Rache für das erfolgreiche Attentat auf den stellvertretenden Reichsprotektor Reinhard Heydrich alle männlichen Einwohner dieser beiden Dörfer erschießen, die Frauen und Kinder wurden verschleppt und beide Orte niedergebrannt. Aus Anlass des Gedenkens schickte der deutsche Bundespräsident Joachim Gauck seinem tschechischen Amtskollegen Vaclav Klaus einen offiziellen Brief, in dem er im Namen Deutschlands seine tiefe Betroffenheit und Scham angesichts dieser Gräueltaten ausgedrückt hat. Ausdrücklich hob der Bundespräsident den Mut der Heydrich-Attentäter und deren Vorbildcharakter hervor. mehr...

Gedenken an Lidice zum 70. Jahrestag - Anerkennung für Brief von Joachim Gauck

11-06-2012 15:58 | Till Janzer

Foto: ČTK Vor 70 Jahren haben deutsche Einheiten die Bewohner des Ortes Lidice in Mittelböhmen umgebracht und das Dorf dem Erdboden gleichgemacht. Kurz darauf wiederholte sich dies im ostböhmischen Ležáky. Es waren Vergeltungsakte der Nazis für das erfolgreiche Attentat auf den stellvertretenden Reichsprotektor in Böhmen und Mähren, Reinhard Heydrich. Am Sonntag hat Tschechien der Zerstörung von Lidice gedacht. Am Freitag bereits hat Bundespräsident Joachim Gauck in einem Brief an seinen tschechischen Amtskollegen Václav Klaus seine Betroffenheit und Scham für die Tat ausgedrückt. mehr...

Neues aus britischen Archiven zum Attentat auf Heydrich

02-06-2012 02:01 | Jitka Mládková

Foto: Bundesarchiv / Wikimedia Commons 3.0 Hätte es kein Attentat auf Reinhard Heydrich gegeben, wäre heute die Hälfte der Tschechen nicht mehr da. Dies sagte der in Großbritannien lebende Tscheche Alois Denemarek vor einer Woche in einem BBC-Interview. Seine Familie hatte tschechische Widerstandskämpfer unterstützt, die 1941 in kleinen Trupps über dem Protektorat absprangen. Unter ihnen waren auch zwei Angehörige der Gruppe „Antropoid“. Sie hatten die Aufgabe, den Anschlag auf den stellvertretenden Reichsprotektor in Prag durchzuführen. Dem folgenden Nazi-Terror sind rund 5000 tschechische Bürger zum Opfer gefallen, darunter auch Denemareks Eltern und Bruder. Er selbst hat nur durch Zufall überlebt. Am 27. Mai jährte sich zum 70. Mal der Anschlag auf den Chef des deutschen Reichssicherheitshauptamtes, der am 27. September 1941 nach Prag mit dem Auftrag entsandt wurde, „die tschechische Frage“ zu lösen. mehr...

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