Archiv: Geschichte | 2. Weltkrieg 2. Weltkrieg

„Sudetendeutschen fehlt kritische Auseinandersetzung“ – 20 Jahre deutsch-tschechischer Dialog

23-04-2011 | Till Janzer

Die gemeinsame tschechisch-deutsche Geschichte – sie hat jahrzehntelang eher getrennt als vereint. Erst nach der politischen Wende von 1989 konnte ein Dialog auch über die schmerzvollsten Erfahrungen begonnen werden: über die nationalsozialistische Verfolgung und über die Vertreibung nach dem Krieg. Mittlerweile wird über vieles bereits offener geredet, gerade weil die Deutsch-tschechische Erklärung von 1997 das Thema Geschichte für eine gewisse Zeit aus der Politik verbannt hat. Wie sich das Klima gewandelt hat, ließ sich auch am vergangenen Wochenende feststellen. Beim 20. Deutsch-tschechischen Brünner Symposium, dem so genannten Dialog in der Mitte Europas, wurde eine Art Zwischenbilanz über den Umgang mit der gemeinsamen Geschichte gezogen. Neben dem bahnbrechenden Erfolg der Deutsch-tschechischen Erklärung ging es auch um mögliche verpasste Chancen oder Tabus im tschechisch-deutschen oder tschechisch-österreichisch Dialog.  mehr...

Heydrichs Sohn plant keine Beteiligung an der Renovierung des Schlosses in Panenské Břežany

28-03-2011 16:09 | Markéta Kachlíková

Heider Heydrich In den vergangenen Tagen hat hierzulande eine Nachricht für Unruhe gesorgt: So hatte der Sohn des 1942 erschossenen stellvertretenden Reichsprotektors Reinhard Heydrich den damaligen Wohnsitz seines Vaters im Schloss Panenské Břežany / Jungfernbreschan besucht und soll dabei angeblich versprochen haben, Finanzmittel für die Renovierung des Gebäudes zu beschaffen. Heider Heydrich äußerte sich in einem Gespräch für Radio Prag allerdings anders als in tschechischsprachigen Medien zitiert.  mehr...

Aufregender Fund im Rundfunkarchiv: die letzte Ansprache von General Eliáš

26-02-2011 | Till Janzer

Alois Eliáš Fast zweieinhalb Jahre lang war General Alois Eliáš Regierungschef im Protektorat Böhmen und Mähren, also dem von Hitler besetzten tschechischen Staat. Dann kam ihm die Gestapo auf die Schliche, er hatte den Widerstand unterstützt. Eliáš wurde am 1. Oktober 1941 in Prag zum Tode verurteilt und später auch hingerichtet. Im vergangenen Jahr ist im Archiv des Tschechischen Rundfunks eine Originalaufnahme des Generals aufgetaucht, die nach seiner Verhaftung gemacht wurde. Sie enthält eine erzwungene öffentliche Erklärung von Alois Eliáš. Aber das ist nicht alles. Zudem wurden rund 20 Minuten eines lockeren Gesprächs mitgeschnitten, das wohl in der Prager Gestapo-Zentrale stattfand.   mehr...

Festival „Mene Tekel“ warnt vor Totalitarismus

24-02-2011 15:48 | Martina Schneibergová

Foto: ČT24 Ausstellungen, Filmvorstellungen, Konzerte, Vorträge und Diskussionen –damit gefüllt ist auch in diesem Jahr das Programm des internationalen Festivals „Mene Tekel“, das seit Montag in Prag veranstaltet wird. Zu den herausragenden Programmteilen gehören beispielsweise Ausstellungen über den Widerstand der Litauer gegen das sowjetische kommunistische Regime, über das Revolutionsjahr 1956 in Ungarn oder über die Manipulierung von Kindern durch die kommunistische Propaganda in der ehemaligen Tschechoslowakei.   mehr...

Musikalisches Gedenken: ein Tag für Dresden im Tschechischen Rundfunk

11-02-2011 15:56 | Martina Schneibergová

Semperoper in Dresden (Foto: Alexander Bock, Creative Commons 3.0) Drei Monate vor dem Kriegsende, in der Nacht vom 13. auf 14. Februar 1945, verwandelte sich Dresden nach einer Serie von Bombenangriffen in Schutt und Asche. 25.000 Menschen kamen dabei ums Leben. Der Opfer der Bombennacht wird alljährlich in Dresden mit einem Konzert der Dresdner Staatskapelle und des Staatsopernchors gedacht. Das Konzert aus der Semperoper wird am kommenden Sonntag auch der Sender „Vltava“ des öffentlich-rechtlichen tschechischen Rundfunks live übertragen. Und nicht nur das: Der Sender hat aus Erinnerung an den Bombenangriff für den Sonntag ein Programm zusammengestellt, das vollständig im Zeichen von Dresden steht.   mehr...

Abgeordnetenhauschefin schlägt Retter jüdischer Kinder für Nobelpreis vor

11-02-2011 15:56 | Till Janzer

Sir Nicholas Winton Sir Nicholas Winton hat kurz vor dem Zweiten Weltkrieg fast 700 meist jüdische Kinder aus der Tschechoslowakei vor dem drohenden Tod bewahrt. 1939 ließ er die Kinder in mehreren Zügen in seine Heimat nach Großbritannien bringen. Er rettete sie vor dem nationalsozialistischen Regime, zu dieser Zeit war Böhmen und Mähren bereits ein Staat von Hitlers Gnaden. Für die Rettung der Kinder wurde Winton von der Queen mit dem Adelstitel ausgezeichnet. Seit kurzem ist er auch für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen. Und zwar aus Tschechien und gleich zweimal.   mehr...

Ein Leben unter Verfolgung: Ausstellung über Kardinal Beran

08-02-2011 13:51 | Martina Schneibergová

Josef Beran Von den Nazis wurde er ins KZ geschickt, von den Kommunisten 16 Jahre lang interniert. Kardinal Josef Beran war eine große Autorität, bei weitem nicht nur in kirchlichen Kreisen. Das wussten auch seine Gegner. Vor hundert Jahren wurde Beran in Rom zum Priester geweiht. Aus diesem Anlass wurde im Sitz des Abgeordnetenhauses in Prag eine Ausstellung über den Kardinal eröffnet.   mehr...

„Altneue Chance“: Ein Projekt zum Abbau antijüdischer Vorurteile

27-01-2011 15:52 | Martina Schneibergová

Der 27. Januar, der Tag der Befreiung des KZ Auschwitz im Jahr 1945, ist in Tschechien - ähnlich wie in vielen anderen Ländern - der Tag des Gedenkens an die Holocaust-Opfer. An diesem Tag treffen die Parlamentarier und Vertreter der Öffentlichkeit jedes Jahr in der Oberen Parlamentskammer bei einer Gedenkveranstaltung mit Shoah-Überlebenden zusammen. Aus Anlass des Gedenktags starten einige christlich orientierte Organisationen unter dem Titel „Altneue Chance“ eine Veranstaltungsreihe mit dem Ziel, gute Beziehungen zum jüdischen Volk zu fördern und Vorurteile abzubauen.   mehr...

Denkmal in Lidice wieder komplettiert - zwei Monate nach Diebstahl einer Plastik

17-01-2011 15:05 | Till Janzer

Diebe hatten die Plastik des Mädchens entwendet Das Denkmal in Lidice ist wieder komplett. Im November hatten Diebe von dort die Plastik eines Mädchens entwendet, am Montagnachmittag wurde nun bei einer feierlichen Veranstaltung eine Kopie der ursprünglichen Plastik aufgestellt. Lidice ist der Ort in Mittelböhmen, den Hitlers Schergen 1942 aus Rache für das Attentat auf den stellvertretenden Reichsprotektor Reinhard Heydrich niederbrannten. Über 170 Männer wurden vor Ort erschossen, rund 200 Frauen wurden ins KZ Ravensbrück und 82 Kinder ins Vernichtungslager Kulmhof deportiert. Im Vorfeld der Veranstaltung, bei der die entwendete Plastik des Mädchens ersetzt wurde, antwortete der Leiter der Gedenkstätte, Milouš Červencl, auf die Fragen von Radio Prag.   mehr...

„Um 180 Grad gedreht“ – Sporthistoriker Waic zum deutschen Sport in der Tschechoslowakei

15-01-2011 | Till Janzer

Pepi Bican (Foto: Slavia Prag) Die Tschechoslowakei war bei ihrer Gründung am Ende des Ersten Weltkriegs ein multiethnischer Staat. Der moderne Sport indes und besonders die Turnbewegung sind eher national geprägt. In der Tschechoslowakei lebten auch mehr als drei Millionen Deutsche. Ihr sportliches Aushängeschild war vor allem der Skilauf. In welchem Verhältnis standen aber der tschechische und der deutsche Sport in der Tschechoslowakei zueinander? Wie wurden die Nationalmannschaften zusammengesetzt? Der Sporthistoriker Marek Waic von der Prager Karlsuniversität antwortet im Folgenden auf diese und weitere Fragen.   mehr...

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