Archiv: Geschichte | 2. Weltkrieg 2. Weltkrieg
Denkmal in Lidice wieder komplettiert - zwei Monate nach Diebstahl einer Plastik
Das Denkmal in Lidice ist wieder komplett. Im November hatten Diebe von
dort die Plastik eines Mädchens entwendet, am Montagnachmittag wurde nun
bei einer feierlichen Veranstaltung eine Kopie der ursprünglichen Plastik
aufgestellt. Lidice ist der Ort in Mittelböhmen, den Hitlers Schergen 1942
aus Rache für das Attentat auf den stellvertretenden Reichsprotektor
Reinhard Heydrich niederbrannten. Über 170 Männer wurden vor Ort
erschossen, rund 200 Frauen wurden ins KZ Ravensbrück und 82 Kinder ins
Vernichtungslager Kulmhof deportiert. Im Vorfeld der Veranstaltung, bei der
die entwendete Plastik des Mädchens ersetzt wurde, antwortete der Leiter
der Gedenkstätte, Milouš Červencl, auf die Fragen von Radio Prag.
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„Um 180 Grad gedreht“ – Sporthistoriker Waic zum deutschen Sport in der Tschechoslowakei
Die Tschechoslowakei war bei ihrer Gründung am Ende des Ersten Weltkriegs
ein multiethnischer Staat. Der moderne Sport indes und besonders die
Turnbewegung sind eher national geprägt. In der Tschechoslowakei lebten
auch mehr als drei Millionen Deutsche. Ihr sportliches Aushängeschild war
vor allem der Skilauf. In welchem Verhältnis standen aber der tschechische
und der deutsche Sport in der Tschechoslowakei zueinander? Wie wurden die
Nationalmannschaften zusammengesetzt? Der Sporthistoriker Marek Waic von
der Prager Karlsuniversität antwortet im Folgenden auf diese und weitere
Fragen.
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Versteckte Bunker – Die geheime Verteidigung des Eisernen Vorhangs
Vor zwei Jahren starteten die Online-Redaktion des Tschechischen Rundfunks
gemeinsam mit der Redaktion des Wissenschaftssender Leonardo das Projekt
„Do hlubin historie“ („In die Tiefen der Geschichte“). Die
Redakteure begaben sich auf die Suche nach einem deutschen Panzer im
Elbe-Schlamm. Zur Mithilfe wurden auch die Hörer und die Besucher der
Internetseiten des Tschechischen Rundfunks aufgefordert. Den Panzer aber
hat man bis heute nicht gefunden. Erfolgreicher sind die beiden Redaktionen
bei ihrem neuen Projekt. Es beschäftigt sich ebenfalls mit der
Militärgeschichte, genauer mit der streng geheim gehaltenen Verteidigung
des Eisernen Vorhangs durch ein ausgedehntes Bunkersystem.
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Dokumentarfilmer Vondráček erhält den Franz-Werfel-Menschenrechtspreis
Der tschechische Regisseur David Vondráček hat für sein Wirken den
Franz-Werfel-Menschenrechtspreis des Zentrums gegen Vertreibungen erhalten.
In der Frankfurter Paulskirche wurde der 47-Jährige am Sonntag unter
anderem für seinen Dokumentarfilm „Töten auf Tschechisch“
ausgezeichnet. Er zeigt die Ermordung deutscher Zivilisten unmittelbar nach
dem Zweiten Weltkrieg.
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Lída Baarová – Kinostar aus Prag und Goebbels Geliebte
Sie stammte aus einer kleinbürgerlichen Familie und flog ganz hoch, bis
ihre Flügel verbrannten. Die Geschichte der tschechischen Schauspielerin
Lída Baarová hat tragische Züge. Der einstige Filmstar starb im Jahr 2000
vereinsamt in Salzburg. Baarovás Schicksal wurde von einer einzigen
Episode ihres Lebens überschattet: Sie war die Geliebte von Goebbels. Die
Geliebte des Teufels, wie beispielsweise der WDR titelte. Ende Oktober sind
zehn Jahre seit dem Tod von Lída Baarová vergangen, und vor kurzem kam in
Tschechien ein neues Buch über sie heraus. Höchste Zeit für ein Portrait
der legendären Filmschauspielerin.
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Jüdisches Museum Prag hilft bei Vernetzung der Holocaust-Archive
Wer 65 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs über den Holocaust forscht,
muss immer noch häufig etliche Hindernisse überwinden. Ein Beispiel:
Wichtiges historisches Material zum KZ Theresienstadt befindet sich an vier
Orten in Tschechien und Israel. Ein von der EU gefördertes Projekt soll
nun die Zusammenarbeit der Archive und anderer Institutionen verbessern. So
könnte der Archivbestand zu Theresienstadt dann im Internet einsehrbar und
teils auch digitalisiert werden.
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Aufregender Fund im Rundfunkarchiv: die letzte Ansprache von General Eliáš
Fast zweieinhalb Jahre lang war General Alois Eliáš Regierungschef im
Protektorat Böhmen und Mähren, also dem von Hitler besetzten
tschechischen Staat. Dann kam ihm die Gestapo auf die Schliche, er hatte
den Widerstand unterstützt. Eliáš wurde am 1. Oktober 1941 in Prag zum
Tode verurteilt und später auch hingerichtet. Nun ist im Archiv des
Tschechischen Rundfunks eine Originalaufnahme des Generals aufgetaucht, die
nach seiner Verhaftung gemacht wurde. Sie enthält eine erzwungene
öffentliche Erklärung von Alois Eliáš. Aber das ist nicht alles. Zudem
wurden rund 20 Minuten eines lockeren Gesprächs mitgeschnitten, das wohl
in der Prager Gestapo-Zentrale stattfand.
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Die Atheisten und ihr Heiliger – der tschechische Wenzelskult
Seit genau zehn Jahren ist der Namenstag des Heiligen Wenzel in Tschechien
auch offizieller Staatsfeiertag. Dem böhmischen Landespatron wurde somit
nach fast einem Jahrhundert symbolisch von Seiten des Staates wieder jene
Bedeutung zuerkannt, welche er zuletzt in den Zeiten der Monarchie hatte.
Über den Kult um den heiligen Wenzel hören Sie mehr in der folgenden
Sendung von Robert Schuster.
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Kulturelles Erbe der deutschsprachigen Bewohner der böhmischen Länder bekommt eigenes Museum
Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges lebten in Böhmen und Mähren über drei
Millionen Deutsche, etwa ein Drittel der Gesamtbevölkerung. Der Rest waren
überwiegend Tschechen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die meisten
Deutschen vertrieben. Ihre kulturellen Hinterlassenschaften wurden
jahrzehntelang verschwiegen oder durch die ideologische Brille dargestellt.
Viele – vor allem jüngere Tschechen – wissen deshalb heute kaum noch
etwas über die Geschichte der Deutschen in ihrem Land. Ein Museum, das
derzeit in Ústí nad Labem / Aussig an der Elbe entsteht, soll das
ändern.
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Widerstand gegen die Nazis im Protektorat Böhmen und Mähren
Die Tschechen sind stolz auf die Teilnahme ihrer Soldaten in den
ausländischen Armeen während des Zweiten Weltkriegs. Zur Zeit des
Kommunismus wurde dieses Geschichtskapitel vernachlässigt, aber seit der
Wende 1989 ist dann allgemein bekannt geworden. Der Widerstand vor Ort im
Protektorat Böhmen und Mähren während der Besetzung durch Hitler von
1939 bis 1945 steht dagegen immer noch etwas im Schatten der Betrachtung.
Dabei war er ebenso bedeutend wie der Widerstand aus dem Ausland. Jakub
Šiška nun darüber in einem weiteren Kapitel aus der tschechischen
Geschichte.
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