Archiv: Geschichte | 2. Weltkrieg 2. Weltkrieg
Kunstgewerbemuseum in Prag dokumentiert Raubkunst aus dem Zweiten Weltkrieg
Vor ziemlich genau 70 Jahren begannen die Nazis jüdische Familien im
damaligen Protektorat Böhmen und Mähren systematisch zu enteignen.
Welchen Gesamtwert die Güter hatten, die den etwa 100.000 Juden
weggenommen wurden, kann niemand mehr schätzen. Einen kleineren Teil
machten Kunstgegenstände aus. Einige dieser Raubstücke gelangten in die
Sammlungen tschechischer Museen, meist als anonyme Spenden.
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Juni 1939 – Späte Demonstration der nationalen Einheit unter der Nazi-Besatzung
Es war eine schwierige Zeit für die Tschechen im Sommer des Jahres 1939.
Ihr Land war besetzt. Die Nazis hatten im März des Jahres das Protektorat
Böhmen und Mähren ausgerufen. Exil-Tschechen in aller Welt waren in
größter Sorge um ihre alte Heimat. An sie richtete sich im Juni 1939 der
tschechische Adelige František Schwarzenberg mit einer Radio-Ansprache.
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Zeihsels Zusammenfassung
Diese Woche bekam die Deutsche Redaktion von Radio Prag wieder einmal Post
aus Wien. Gerhard Zeihsel, der Bundesobmann der Sudetendeutschen
Landsmannschaft in Österreich, verschickte eine Presseerklärung zum
Jahrestag der Auslöschung des Dorfes Lidice. Lidice war im Juni 1942 von
den nationalsozialistischen Besatzern dem Erdboden gleichgemacht worden,
als „Vergeltung“ für die Ermordung des stellvertretenden
Reichsprotektors Reinhard Heydrich in Prag.
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10. Juni 1939 – Prager Oberbürgermeister wahrt Anschein von Normalität unter den Nazi-Besatzern
Mehrere Millionen Touristen kommen jährlich aus aller Welt nach Prag. Und
zwar nicht erst seit gestern. Am 10. Juni 1939, also vor 70 Jahren, stimmte
der damalige Prager Oberbürgermeister Otakar Klapka die Bürger im
Rundfunk auf den Beginn der Tourismussaison ein. Prag war zu diesem
Zeitpunkt, wie ganz Böhmen und Mähren, schon von den Nazis besetzt. Die
Radio-Ansprache Klapkas zur Eröffnung der so genannten „Woche der
Gäste“ erweckt trotzdem den Anschein von Normalität.
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Der Mann, der zuviel wusste
Noch vor dem ersten öffentlichen Schauprozess begingen die Kommunisten
bereits Justizmorde. Der bekannteste Fall ist jener von General Heliodor
Píka. 60 Jahre ist es her, dass Píka im Gefängnis im Pilsner Stadtteil
Bory hingerichtet wurde. Ihm wurde ausgerechnet zum Verhängnis, dass er
zuviel über Russland wusste.
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Kloster Vyšší Brod bekommt Raubkunst aus Oberösterreich zurück
Im Zweiten Weltkrieg wechselten viele Kunstwerke den Besitzer. Aber nicht
immer freiwillig. Immer wieder taucht in Museen Raubkunst auf. Das
Oberösterreichische Landesmuseum gibt dem Zisterzienserkloster Vyšší
Brod/Hohenfurth jetzt Kunstwerke zurück, die von der Gestapo Linz zum
Ende des Zweiten Weltkrieges entwendet wurden. Eva Schermutzki hat mit dem
Leiter des Museums, Peter Assmann, gesprochen. mehr...
1939 – Tschechische Arbeiter „heim ins Reich“
Arbeiter-Migranten von Tschechien nach Deutschland gab es schon immer. 1938
fragt das Deutsche Reichsarbeitsministerium allerdings erstmals bei der
Prager Regierung an, ob in der Tschechoslowakei Arbeitskräfte geworben
werden dürfen. Die Behörden in Prag reagieren reserviert. Doch die
deutschen Werbebüros verzeichnen Zulauf. Gute Löhne und angenehme
Arbeitsbedingungen werden versprochen. Die Abfahrt eines Sonderzuges mit
tschechischen Arbeitern nach Deutschland wurde vom Rundfunk begleitet.
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100. Geburtstag von Nicholas Winton – Gedenken an eine beispiellose Rettungsaktion
Er gilt als der britische „Schindler“ und hat fast 700
tschechoslowakische Kinder meist jüdischer Herkunft vor dem Tod bewahrt.
Die Rede ist von Sir Nicholas Winton. Im Jahr 1939 ließ der damalige
Börsenmakler die Kinder aus dem von den Nazis besetzten
tschechoslowakischen Reststaat in Sonderzügen in seine britische Heimat
bringen. Die Regierung in London hatte die Aufnahme versprochen, sie
stellte aber Bedingungen. Vor kurzem ist Nicholas Winton 100 Jahre alt
geworden. Viele Gratulationen, auch ungewöhnliche, kamen aus Tschechien.
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67 Jahre danach: Heydrich-Attentäter haben ihr Denkmal
In Prag gibt es jetzt ein Denkmal mehr. Es ehrt die drei Attentäter, die
es am 27. Mai 1942 schafften, den stellvertretenden Reichsprotektor von
Böhmen und Mähren, Reinhard Heydrich umzubringen. 67 Jahre nach der Tat
haben sie nun ihr Denkmal im Prager Stadtteil Libeň erhalten, wo das
Attentat stattgefunden hat. Christian Rühmkorf war bei der Enthüllung
dabei. mehr...
Innenminister Černý verurteilt Wahlkampagne der SdP vor den Wahlen 1935
Im Mai 1935 werden in der Tschechoslowakei Parlamentswahlen abgehalten. Die
Sudetendeutsche Partei (SdP) von Konrad Henlein richtet ihren Wahlkampf
gegen die tschechoslowakische Regierung aus. Unter anderem wirft sie dem
Koalitionskabinett vor, nicht genügend gegen die Folgen der
Wirtschaftskrise zu tun, und das vor allem in den Sudetengebieten, die von
der Krise besonders betroffen sind. Kurz vor den Wahlen spricht
Innenminister Josef Černý in den deutschsprachigen Sendungen des
Tschechischen Rundfunks.
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