Archiv: Geschichte | 1968 1968
Vom Pfadfinderzelt zum Propagandainstrument: Geschichte des Tschechoslowakischen Rundfunks
Der Tschechische Rundfunk hat Geburtstag: Er ist 90 Jahre alt geworden.
Darum senden wir in unserem Kapitel aus der tschechischen Geschichte eine
Collage historischer Radioaufnahmen, die wichtige und interessante Momente
der Geschichte der Tschechoslowakei wiedergeben.
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Vom Pakt zur Verfolgung: Sozialdemokraten und Kommunisten nach dem Krieg
Die Sozialdemokraten werden genauso wie die Kommunisten traditionell zur
politischen Linken gezählt. Das ist nicht ganz falsch: Beide Parteien
betonen die Sozialpolitik und in Tschechien kommen auch ihre Wähler immer
noch überwiegend aus denselben Schichten, also der Unter- und
Mittelschicht. Dass sie den Kommunisten aber nahe standen, wurde den
Sozialdemokraten hierzulande nach dem Zweiten Weltkrieg zum Verhängnis.
Und bis heute beeinflusst diese tragische Partnerschaft die öffentliche
Wahrnehmung der Sozialdemokraten in Tschechien. mehr...
Geschichte als Spielfilm – Dreiteiler „Der brennende Dornbusch“ über Jan Palach
Am 16. Januar dieses Jahres jährte sich zum 44. Mal der Tag, an dem der
tschechische Student Jan Palach in Prag sich selbst verbrannte. Diesmal
wurde in Tschechien viel mehr als es in den letzten Jahren über das
damalige Ereignis diskutiert. Einen Anstoß dazu gab das tschechische
Abgeordnetenhaus. Es beschloss rund 23 Jahre nach der politischen Wende
hierzulande, den 16. Januar zum Gedenktag an Jan Palach zu erklären. Der
stärkere Auslöser für die breite Debatte war indes der erste Spielfilm
über Palach mit dem Titel „Der brennende Dornbusch“. Der Streifen
spielt in der Zeit der so genannten „Normalisierung“, die bald nach
Palachs Begräbnis einsetzte. Nach der Liberalisierung während des Prager
Frühlings übernahmen kommunistische Hardliner wieder die Kontrolle in
allen Bereichen des politischen und gesellschaftlichen Lebens in der
damaligen Tschechoslowakei. mehr...
Triumphale Rückkehr - der Weg zum tschechischen Kult um Edvard Beneš
Edvard Beneš, der ehemalige tschechoslowakische Staatspräsident, ist Held
und Reizfigur zugleich. Es kommt nur darauf an, wen man fragt. In unseren
Sendungen haben wir bereits über die sudetendeutsche Wahrnehmung von
Beneš gesprochen. Nun beleuchten wir das Bild, das sich die
tschechoslowakischen Bürger von ihrem Präsidenten gemacht haben - und
zwar in der Zeit ab dem Münchner Abkommen von 1938, als Beneš abdankte,
und vor allem während seiner triumphalen Rückkehr in die
Nachkriegs-Tschechoslowakei. mehr...
1948: Die Maschinerie der tschechoslowakischen Justiz setzt sich unter der Regie Moskaus in Bewegung
Ende November 1952 fand in Prag einer der grausamsten Schauprozesse in der
Geschichte der Tschechoslowakei statt. Wegen angeblichen Hochverrats wurden
elf zumeist ranghohe Vertreter des kommunistischen Regimes zu Tode
verurteilt. Doch es war nicht der erste politische Prozess hierzulande und
die hingerichteten Kommunisten stellten nur einen Bruchteil der Opfer dar,
die nach der Machtergreifung der Kommunistischen Partei der
Tschechoslowakei (KSČ / KPTsch) ihr Leben oder ihre Freiheit für viele
Jahre verloren. Die gnadenlose Maschinerie der Justiz, in die tausende
Menschen binnen kurzer Zeit gerieten, setzte sich unmittelbar nach dem
Februar 1948 in Bewegung. Wie war dies möglich und wer gehörte zu der
Armada der willigen Helfer? mehr...
Beim Schriftstellerkongress 1967 öffnet sich tiefe Kluft zwischen Kulturschaffenden und Parteispitze
Der „Prager Frühling“ war 1968 eine Reformbewegung in der
tschechoslowakischen kommunistischen Partei. Als Beginn gilt in der Regel
der 5. Januar desselben Jahres. An diesem Tag wurde Alexander Dubček neuer
Parteichef und löste damit Staatspräsident Antonín Novotný in dieser
Funktion ab. Rund drei Monate später wurde Dubček zudem auch
Staatsoberhaupt. Den Auftakt zum Prager Frühling bildete allerdings der
IV. Kongress des Tschechoslowakischen Schriftstellerverbandes Ende Juni
1967. mehr...
Věra Čáslavská: Harte Schicksalschläge durchzogen Leben der einstigen Turn-Ikone
Auch nach den Spielen in London bleibt Turnerin Věra Čáslavská die
erfolgreichste tschechische Olympionikin aller Zeiten. Bei den Spielen in
Mexiko vor 44 Jahren schaffte sie das Kunststück, als vierfache
Olympiasiegerin gefeiert zu werden. Nur wenige Wochen zuvor hatten die
Truppen des Warschauer Paktes die Tschechoslowakei besetzt und die
Reformbewegung des Prager Frühlings niedergeschlagen. Das traurige
Ereignis vom 21. August 1968 hat damals und auch später tiefe Spuren im
Leben der einstigen Ausnahmeathletin hinterlassen. Darüber hat die
populäre Rentnerin, die im Mai 70 wurde, vor kurzem erstmals ausführlich
im Rundfunk gesprochen.
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Historiker Smetana: „Es ist ein Mythos, dass Europa in Jalta geteilt wurde“
Am 8. Mai wird in Tschechien offiziell der Befreiung des Landes von den
deutschen Besatzern gedacht. Der Tag ist ein Feiertag. Ein Autorenkollektiv
aus tschechischen Historikern hat 2009 über die Befreiung der
Tschechoslowakei eine umfangreiche Studie herausgegeben. Die Historikem
sagen, die Freiheit sei teuer erkauft worden – unter anderem sei sie ja
in der mehr als 40 Jahre währenden kommunistischen Herrschaft gemündet.
Einer der Autoren ist Vít Smetana vom Institut für Zeitgeschichte in
Prag. Mit ihm an dieser Stelle ein Gespräch über Mythen und Fakten beim
Weg der Nachkriegs-Tschechoslowakei in die Arme Moskaus. mehr...
Historiker Smetana: „Es ist ein Mythos, dass Europa in Jalta geteilt wurde“
Am 8. Mai wird in Tschechien offiziell der Befreiung des Landes von den
deutschen Besatzern gedacht. Der Tag ist ein Feiertag. Ein Autorenkollektiv
aus tschechischen Historikern hat 2009 über die Befreiung der
Tschechoslowakei eine umfangreiche Studie herausgegeben. Die Historikem
sagen, die Freiheit sei teuer erkauft worden – unter anderem sei sie ja
in der mehr als 40 Jahre währenden kommunistischen Herrschaft gemündet.
Einer der Autoren ist Vít Smetana vom Institut für Zeitgeschichte in
Prag. Mit ihm an dieser Stelle ein Gespräch über Mythen und Fakten beim
Weg der Nachkriegs-Tschechoslowakei in die Arme Moskaus. mehr...
März 1953: Pompöse Trauerfeiern für Josef Stalin und Klement Gottwald in der Tschechoslowakei
Im März 1953 wurde in der Tschechoslowakei mit einer Woche Abstand zweimal
getrauert. Im ersten Fall um einen Riesen, im zweiten Fall um einen Zwerg
der internationalen Politszene. Am 5. März starb Josef Stalin und im
ganzen Sowjetreich und allen Satellitenstaaten schien die Zeit
stehengeblieben zu sein. Neun Tage später folgte ihm der „erste
Arbeiterpräsident“ der Tschechoslowakei, Klement Gottwald, ins Jenseits.
Wie die Trauerfeiern für die beiden Staatsoberhäupter hierzulande
abgehalten wurden, ist das Thema unseres Geschichtskapitels. mehr...
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