Themenarchiv Kultur
Tod dem Winter – die Tradition der „Smrtholka“ in Hradec Králové
Draußen ist es bereits angenehm warm geworden. Vielleicht hängt es ja
damit zusammen, dass vor kurzem nach slawischer Mythologie in vielen Orten
Tschechiens die so genannte Morena ins Wasser geworfen oder verbrannt
wurde. Morena ist eine in alte Kleider gehüllte Strohpuppe und
symbolisiert Winter, Nacht und Tod. Dieses Brauchtum halten heute noch vor
allem Folkloregruppen aufrecht. mehr...
„Leontinchen ist von uns gegangen“ – Die Schauspielerin und Regisseurin Dana Vávrová
Die Schauspielerin und Regisseurin Dana Vávrová ist am 5. Februar in
München verstorben. Der frühe Tod der beliebten Filmdarstellerin, die
einem Krebsleiden erlag, löste in der Kinowelt tiefe Betroffenheit aus.
Dana Vávrová ist durch Streifen wie „Die Gustloff“,
„Bergkristall“ und „Schlafes Bruder“ berühmt geworden. Wenig
bekannt ist jedoch, dass die Schauspielerin aus Prag stammte und hier
schon
als Kinderstar Karriere machte. Wir möchten mit dieser Ausgabe von
„Kultursalon“ gerade an die Kindheits- und Jugendjahre von Dana
Vávrová erinnern. mehr...
Neue Ausstellung moderner tschechischer und slowakischer Kunst in der Nationalgalerie
Die Prager Nationalgalerie hat in dieser Woche im ehemaligen Prager
Messepalast eine neue Dauerausstellung tschechischer uns slowakischer Kunst
vom Ende des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart eröffnet: „Nun ist es
uns endlich gelungen, die tschechische Kunst von 1890 bis heute in ganz
neuer Form zu zeigen. Wir haben zum Beispiel Farbe in die Ausstellung
gebracht. Aber neben der Präsentation der künstlerischen und
ästhetischen Phänomene dieser Zeit haben wir nicht darauf vergessen, auf
die ganze soziale Tragödie der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts
einzugehen: Den Ersten und den Zweiten Weltkrieg“, so der Generaldirektor
der Tschechischen Nationalgalerie, Milan Knížak.
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In Polička wurde das Bohuslav-Martinů-Zentrum eröffnet
Er gehört zu den bedeutendsten Komponisten des 20. Jahrhunderts. Seine
Werke haben sich jedoch während des Kommunismus nicht der Gunst der
offiziellen Kulturträger erfreut. Denn der Komponist Bohuslav Martinů hat
mehr als die Hälfte seines Lebens im Ausland verbracht. Fast 50 Jahre nach
dem Tod des Tonkünstlers wurde in seinem Geburtsort - in der
ostböhmischen Stadt Polička -das Bohuslav-Martinů-Zentrum eröffnet.
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Auf der Suche nach dem verlorenen Film – Milan Klepikov
Macht man das Hobby zum Beruf, so schwindet mit der Zeit die Begeisterung,
sagt Milan Klepikov. Doch er bereut seine Berufswahl nicht. Milan Klepikov
ist Filmhistoriker. Das wurde er erst, nachdem er aus der Emigration in
Deutschland zurückgekommen war. Neben seiner Arbeit beim Nationalen
Filmarchiv ist
Milan Klepikov auch bei zahlreichen Filmfestivals tätig. Maria
Hammerich-Maier hat es zum Anlass genommen, um mit Milan Klepikov zu
sprechen: über seine filmischen Vorlieben, seine Arbeit sowie
persönliche Erlebnisse. mehr...
Ein Jugendorchester überschreitet Grenzen – das „Junge Klangforum Mitte Europa“
Deutschland, Polen und Tschechien - drei Nachbarländer, deren
Vergangenheit miteinander verwoben ist. Und das nicht nur im guten Sinn: Im
Zweiten Weltkrieg litten Polen und Tschechen massiv unter der deutschen
Besatzung. Danach waren die drei Nationen jahrzehntelang durch den eisernen
Vorhang getrennt. Wenn Deutsche, Polen und Tschechen heute aufeinander
treffen, dann sind sie also nicht allein. Immer blickt ihnen auch die
Geschichte über die Schulter - ob man will oder nicht. Seit fünf Jahren
spielt ein junges Orchester gegen die Vorurteile zwischen den drei Nationen
an: das „Junge Klangforum Mitte Europa“.
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Die Glocken von Zlonice: Auf den Spuren von Antonín Dvořák
Für Musik-Begeisterte sind sie ein Begriff: die Zlonicer Glocken. Denn so
hat Antonín Dvořák seine erste Symphonie in c-moll bezeichnet. Im Ort
Zlonice lernte der junge Dvořák vom dortigen Kantor viel über die Musik.
Und den Akkord der dortigen Glocken hatte der später berühmte Komponist
wahrscheinlich nie vergessen.
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Barocktheater beim Kerzenlicht: Händels "Rinaldo" im Ständetheater
Stilisierte Gesten, Theatertricks, Spezialeffekte und Barocktanz bei
Kerzenlicht – dies und vieles mehr bietet die Inszenierung der Oper
„Rinaldo“ von Georg Friedrich Händel im Prager Ständetheater. Die
Regie liegt in der Hand eines jungen französischen Teams. Die Titelrolle
hat die Argentinierin Mariana Rewerski, daneben treten Sängerinnen und
Sänger der jüngsten Generation vom Nationaltheater Prag auf. Dazu spielt
das Orchester Collegium 1704, das alte Musik authentisch interpretiert.
Geleitet wird das Orchester von Dirigent Václav Luks. Kurz vor der
Opernpremiere hat Martina Schneibergová mit dem Dirigenten über die
Neuinszenierung gesprochen:
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MIG 21 – poetisch und nur scheinbar sinnfrei
Das einzige Wort, das deutsche und im Tschechischen ungeübte Ohren in
diesem Lied noch verstehen, heißt: „Malotraktor“, also Kleintraktor.
Und ums Kleine und Feine geht es auch meistens bei der Gruppe MIG 21.
Sänger und Texter Jiří Macháček träumt davon, wie er auf einem
Kleintraktor Wege und Wälder ignoriert, um seiner Liebsten entgegen zu
tuckern. Wind und Wetter ausgesetzt, wie es eben in einem Cabriolet so ist.
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„Davon waren die Bullen völlig fertig“ – Punk im Ostblock
„Protestbewegung von Jugendlichen mit bewusst rüdem, exaltiertem
Auftreten und bewusst auffallender Aufmachung.“ Das steht im Duden unter
dem Schlagwort „Punk“. Und so traten die Angehörigen dieser Bewegung,
die Punks, vor allem in den achtziger Jahren im Stadtbild westeuropäischer
Städte in Erscheinung. Doch nicht nur dort. Auch in den Ländern des
ehemaligen Ostblocks etablierte sich seit dem Ende der siebziger Jahre
trotz aller Repressionen eine rege Punksszene. Dem Phänomen „Punk“ in
den kommunistischen Ländern DDR und Tschechoslowakei widmete sich eine
Veranstaltung des Collegium Bohemicum in Ústí nad Labem.
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