Themenarchiv Geschichte
Vom Pfadfinderzelt zum Propagandainstrument: Geschichte des Tschechoslowakischen Rundfunks
Der Tschechische Rundfunk hat Geburtstag: Er ist 90 Jahre alt geworden.
Darum senden wir in unserem Kapitel aus der tschechischen Geschichte eine
Collage historischer Radioaufnahmen, die wichtige und interessante Momente
der Geschichte der Tschechoslowakei wiedergeben.
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Nachkriegsmassaker an Deutschen in Rovensko: Rundfunk sendet Zeugenaussage
Was sich am 10. Mai 1945 im kleinen Ort Rovensko in Nordböhmen abspielte,
ist allgemein wenig bekannt. Dabei war es eines der schlimmsten Massaker an
Deutschen in der unmittelbaren Nachkriegszeit: Rund 300 Zivilisten wurden
dabei umgebracht. Der Tschechische Rundfunk hat kurz vor dem 68. Jahrestag
der Ereignisse in seinem Inlandsprogramm eine Dokumentarsendung dazu
ausgestrahlt. Erstmals äußerte sich auch einer der Täter. mehr...
„Korrekte Beziehungen, aber keine Freundschaft“ – Tschechoslowakei und Österreich 1918 - 1933
Im Oktober 1918 zerfällt das Kaiserreich Österreich-Ungarn. Aus seiner
Erbmasse gehen eine Fülle neuer Staaten hervor, unter anderem die damalige
Tschechoslowakei und die Republik Österreich. Der Historiker Ota Konrád
hat eine Studie zu den Beziehungen dieser beiden damals neuen Staaten
vorgelegt. Das Buch hat er auch im Österreichischen Kulturforum in Prag
vorgestellt und dabei auch Radio Prag Rede und Antwort gestanden. mehr...
Nazi-Statuen aus Landesausstellung entfernt
Derzeit läuft die Landesausstellung von Oberösterreich und Südböhmen,
sie wird in vier Gemeinden auf beiden Seiten der Grenze präsentiert. In
Südböhmen sind Ausstellungen in Český Krumlov / Krumlov und in Vyšší
Brod / Hohenfurth zu sehen. Höhepunkt der Führung durch die
Zisterzienserabtei in Vyšší Brod ist ein einzigartiger mittelalterlicher
Reliquienschrein – das Zawisch-Kreuz. In der Abtei waren aber auch drei
Statuen zu sehen, die aus der so genannten Hitler-Sammlung stammten. Teile
dieser Sammlung wurden von den Nazis im Kloster aufbewahrt, nachdem sie die
Zisterzienser-Mönche vertrieben hatten. Zwei Tage nach der Eröffnung der
Landesausstellung wurden die Statuen aus dem Klosterhof entfernt – Grund
waren negative Reaktionen der Besucher. Radio Prag hat mit dem Kurator der
Landesausstellung in Vyšší Brod, Jiří Franc, gesprochen: mehr...
„Pfeiler der allgemeinen Zwangsarbeit„ - KZ-Außenlager auf dem Gebiet der Tschechischen Republik
Auf dem Gebiet der heutigen Tschechischen Republik kamen während der
deutschen Besatzung eine Menge Zwangsarbeiter zum Einsatz. Einen Teil der
Arbeitskräfte, vor allem für die kriegswichtige Industrie, stellen die
deutschen Konzentrationslager zur Verfügung. Dazu richteten sie so
genannte Außenlager ein. Im April ist dazu eine neue Studie erschienen,
sie heißt „Die Arbeiterfrage soll mit Hilfe von KZ-Häftlingen gelöst
werden“. Autor der Arbeit ist der Historiker Alfons Adam, den Radio Prag
für ein Interview vor das Mikrofon gebeten hat. mehr...
Tschechen erinnerten an das Kriegsende 1945: Gedenken in Prag, Feiern in Pilsen
In der ersten Maiwoche wird jedes Jahr in Tschechien an das Ende des
Zweiten Weltkriegs im Jahr 1945 erinnert. Zwei Gedenktage ragen dabei
heraus: der 8. Mai, ein Staatsfeiertag, der als Tag der Befreiung begangen
wird, und der 5. Mai. Der 5. Mai wird aus zwei Gründen gefeiert: Zum einen
wurde an jenem Tag vor 68 Jahren der westböhmische Teil des Landes
einschließlich seiner größten Stadt Plzeň / Pilsen durch die US-Armee
befreit, zum anderen erhoben sich in Prag und anderen Städten die
Tschechen zum spontanen Aufstand gegen die deutschen Besatzer. mehr...
Simon Abeles – als jüdischer Junge im barocken Prag fast heilig gesprochen
Viele Jahrhunderte lang war Prag auch durch seine jüdische Minderheit
geprägt. Noch heute zählt das ehemalige jüdische Viertel Josefov /
Josefstadt mit seinen Synagogen und Friedhöfen zu den meistbesuchten Orten
der Stadt. In der Teynkirche auf dem Altstädter Ring kann man jedoch eine
wenig bekannte Besonderheit treffen: einen Grabstein eines Juden, von Simon
Abeles. Wie kam es aber dazu, dass ein jüdischer Junge in einem
katholischen Dom beerdigt wurde? mehr...
60 Jahre bewegte Bilder – Tschech(oslowak)isches Fernsehen feiert Geburtstag
„Tschechisches Fernsehen“ bezeichnet meist den gleichnamigen
öffentlich-rechtlichen Sender. Dieser ist am 1. Mai 60 Jahre alt geworden.
Erste Versuche mit dem Fernsehen hatte es hierzulande schon vor dem Krieg
gegeben. Ab 1948 wurden dann unregelmäßige Probesendungen ausgestrahlt,
bis das Tschechoslowakische Fernsehen seinen offiziellen Start bekanntgab.
Ein kleiner Rückblick auf den Beginn des Fernsehens hierzulande. mehr...
Slowakin Jindrová: Mich freut, dass die Slowakei jetzt auf eignen Füßen steht
Im Juni 1992 läuteten die Parlamentswahlen zwischen Cheb und Košice die
baldige Trennung der Slowaken und der Tschechen ein. Seit der Teilung der
Tschechoslowakei in zwei selbständige Staaten sind inzwischen etwas mehr
als 20 Jahre vergangen. Der Trennungsschmerz ist längst verflogen, und
nicht wenige Bürger sahen die damalige Teilung auch als Chance. Auch die
in Tschechien lebende Slowakin Helga Jindrová, die die jüngere Geschichte
beider Völker hautnah erlebt hat. mehr...
Schatz unter der Treppenstufe – Persönliche Gegenstände von Heydrich-Attentäter gefunden
Jan Kubiš war einer jener zwei Soldaten, die am 27. Mai 1942 ein Attentat
auf Reinhard Heydrich verübten. Der stellvertretende Reichsprotektor und
Führer des Reichssicherheitshauptamtes wurde dabei schwer verletzt und
erlag einige Tage später seinen Verletzungen. Kubiš und weitere
Mitglieder der Gruppe „Anthropoid“ wurden später in einer Prager
Kirche gestellt und begangen Selbstmord. Nun wurden bei
Renovierungsarbeiten im Geburtshaus von Kubiš bisher unbekannte Dokumente
gefunden. mehr...
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